Erdwärmesondenversicherung
April19
Tritt bei einer Erdwärmesonde ein Schadenfall ein, handelt es sich nicht selten um einen Totalschaden. Eine Versicherung schützt vor finanziellen Folgen.
Heizen mit Erdwärme ist ökologisch, kostengünstig und zeitgemäss. Trotz der im Gegensatz zu einer Öl- oder Gasheizung etwas teureren Anschaffungskosten lohnt sich diese Investition bereits nach wenigen Betriebsjahren. Dies zeigt auch die immer grössere Anzahl solcher Anlagen (Statistiken unter www.fws.ch).
Doch die fest im Boden vertiefte Erdwärmesonde ist einigen Gefahren ausgesetzt. Eine im November 2006 von der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie veröffentliche Studie hält vor allem folgende Gefahren fest: Einfrierung, schlechte oder fehlende Hinterfüllung der Erdwärmesonde, fehlerhafte Hydraulik und Leckagen.
Tritt eine Beschädigung der Erdwärmesonde ein, beispielsweise infolge von Erdverschiebungen oder Erschütterungen, handelt es sich meistens um einen Totalschaden. Um diesen zu beheben, wird die bestehende Sonde still- und auf dem Grundstück eine neue angelegt. Dabei muss erneut gebohrt werden, wobei Kosten zwischen Fr. 80 und 100 pro Bohrmeter entstehen, was bei einer durchschnittlichen Bohrtiefe von zwischen 100 und 180 Metern bereits teuer zu stehen kommt. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Freilegung der Zufahrt auf das entsprechende Grundstück. Handelt es sich beispielsweise um ein schwer zugängliches Terrain, muss das tonnenschwere Bohrgerät in Teilen, mittels Pneukran oder gar per Helikopter an die Bohrstelle verschoben werden. Ebenfalls entstehen Kosten für die Baustelleneinrichtung sowie die Wiederherstellung der Umgebung, welche durch die bis zu 20 Tonnen schwere Maschine und deren Betrieb beschädigt wurde. Insgesamt kann die Schadenhöhe für ein solches Ereignis mehrere Fr. 10’000, bei Objekten mit grösserer Bohrtiefe und/oder schwieriger Zugänglichkeit gar bis zu Fr. 100’000 betragen.
Schäden an Erdwärmesonden und Erdregistern zum Beispiel als Folge von Erdverschiebungen oder Einfrierung sind in der Regel weder über die kantonale Gebäudeversicherung noch über die private Gebäudewasserversicherung abgedeckt. Auch die Garantie der Hersteller ist meist beschränkt und die Beweislast (z. B. bei einem Materialfehler) liegt beim Geschädigten. Diese Tatsachen führen im Schadenfall für die Eigentümer solcher Anlagen sehr oft zu kostenintensiven Überraschungen.
Die Versicherung deckt unvorhergesehene und plötzlich eintretende Beschädigungen oder Zerstörungen von Erdwärmesonden und -registern zu einer Prämie (abhängig von der Versicherungssumme) zwischen Fr. 189 bis 525 pro Jahr ab. Der Versicherungsschutz ist somit eine Art Sondenkasko, wobei neu installierte sowie ältere Anlagen versichert werden können.
Infos: www.erdsondenversicherung.ch

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