Archiv für Oktober, 2009

Chancen und Tücken beim Bau eines Fertighauses

6. Oktober 2009

Ein Grossteil der Einfamilienhäuser in der Schweiz wird heute individuell entworfen und weitgehend als Einzelanfertigung durch immer wieder neue Unternehmer erstellt. Gerade beim Einfamilienhaus, mit meist vergleichbarem Raumprogramm und ähnlichen Nutzungsanforderungen, bietet sich aber eine Systematisierung an. Mittels Wiederholung eines identischen Haustyps mit erprobten Konstruktionsdetails und Materialien können viele Bauteile in geschützten Werkhallen, unter klimatisch besten Bedingungen, produziert und anschliessend vor Ort schnell und effizient zu einem fertigen Haus montiert werden. An die Stelle der Einzelproduktion auf der Baustelle treten industrielle Methoden. Nebst tieferen Planungskosten führt dies aufgrund grösserer Stückzahlen auch zu tieferen Erstellungskosten und ermöglicht weitgehende Kostengarantien der Hersteller.

Dieser etwas idealisierten Erklärung für die tieferen Kosten muss aber entgegen gehalten werden, dass die tatsächlichen Einsparungen nicht selten unter den Erwartungen liegen, da in den durch die Hersteller publizierten, auf den ersten Blick günstigen Hauspreisen oft die notwendigen Nebenarbeiten nicht eingerechnet sind. Dies sind – nebst den im Fertighauspreis nicht enthaltenen Grundstückskosten – beispielsweise die Kosten für die Erschliessung, den Baugrubenaushub, für Anschluss- und Bewilligungsgebühren oder auch für die Umgebungsarbeiten. Oftmals ist in den publizierten Katalogpreisen auch keine Unterkellerung eingerechnet. Die tatsächlichen Baukosten, inklusive aller Nebenkosten, können somit auch ohne Grundsstückskosten schnell einmal wesentlich höher zu liegen kommen. Für ein Haus mit einem Katalogpreis von beispielsweise 350000 Franken muss – inklusive Land – mindestens mit dem Doppelten an Gesamtkosten gerechnet werden. An besonders begehrten Standorten liegen allein die Kosten für den Landerwerb schnell über dem ausgeschriebenen Fertighauspreis.

Leistungsumfang abgleichen
Um einen tatsächlichen Kostenvergleich zwischen verschiedenen Fertighaus-Angeboten herzustellen, ist der Liefer- und Leistungsumfang der einzelnen Angebote systematisch abzugleichen. Dies ist für Laien und oft selbst für Fachleute sehr schwierig und insbesondere auch von den verfügbaren Informationen der Hersteller abhängig.
Ein Fertighauspreis sollte nur unter der Voraussetzung der Festlegung sämtlicher Details und Rahmenbedingungen verbindlich vereinbart werden. Dabei sind auch allfällige Termingarantien (Liefer- respektive Bauzeit) und die eingerechneten Nebenkosten zu fixieren. Allenfalls nicht eingerechnete Positionen sind realistisch zu budgetieren, damit spätere Überraschungen vermieden werden können.

Änderungen gleich Mehrkosten
Doch auch diese vermeintliche Kostensicherheit kann trügerisch sein. Individuelle, nachträgliche Wünsche der Bauherrschaft treiben die Kosten nicht selten stark in die Höhe. Selbstverständlich führt jede auch noch so kleine Änderung zu Mehrkosten. Nicht selten kommt danach ein Fertighaus in etwa gleich teuer zu stehen, wie wenn von Anfang an ein gutes Architekturbüro, unter Festsetzung einer klaren Kostenlimite, beauftragt worden wäre. Oftmals fördern die Fertighausanbieter diese Entwicklung indirekt, indem individuelle Ausbauten und jede erdenkliche Anpassung ermöglicht und damit natürlich die Grundidee jedes Systembaus untergraben werden. Günstig bauen heisst in der Regel, sich in möglichst allen Details auf die Vorgaben des Herstellers zu beschränken und das Fertighaus möglichst unverändert und in der vorgesehenen Grundausstattung zu belassen.
Nebst den reinen Erstellungskosten ist, wie bei jedem Gebäude, auch beim Fertighaus den Betriebs- und Unterhaltskosten Beachtung zu schenken. Insbesondere der Energieverbrauch kann je nach Fertighaustyp und haustechnischer Ausrüstung sehr unterschiedlich sein. Ein tiefer Energieverbrauch bietet, nebst den ökologischen Aspekten, einen längerfristig nicht unwesentlichen Kostenvorteil. Erfahrungsgemäss und in Anbetracht der heutigen Energiepreise rechnen sich Investitionen in energiesparende Massnahmen oft schon nach kurzer Zeit.

Zuerst Baubewilligung, dann Kauf
Weiter sind insbesondere auch die Garantien und die Regelung der Mängelbehebung nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem bei importierten Fertighäusern ist zu beachten, ob die Produkte den technischen Normen und Bauvorschriften in der Schweiz entsprechen und die hierzulande üblichen Garantie-Anforderungen gelten. Wichtig ist, dass nach Fertigstellung die Garantie-Arbeiten organisiert sind und dass ein Ansprechpartner in der Schweiz etabliert ist. Ein Kauf sollte zudem vom Erhalt einer rechtskräftigen Baubewilligung abhängig gemacht werden. Tritt diese Rechtskraft innert vernünftig festzulegender Frist nicht ein, muss der Käufer ohne Kostenfolge vom Kaufvertrag zurücktreten können.

Besuch in Referenzobjekten

Abschliessend ist zu bemerken, dass ein standardisiertes Haus grundsätzlich weniger Individualität und gestalterische Freiheiten ermöglicht als ein Entwurf, der mit einem Architekten nach den Ansprüchen und Vorstellungen der Bauherrschaft entwickelt wurde. Einige Fertighaustypen verfügen heute jedoch vermehrt über eine modulare Struktur, welche individualisierte, zeitgemässe Wohnräume ermöglicht und Erweiterungen ohne hohe Kostenfolge zulässt.
In jedem Fall empfiehlt es sich vor Vertragsunterzeichnung die Verkaufsunterlagen von unabhängiger Seite prüfen zu lassen. Auch ist die Besichtigung eines Musterhauses, oder noch besser, von zwei bis drei Referenzobjekten – möglichst in Anwesenheit der jeweiligen Bauherrschaft – ratsam. Dabei können die Erfahrungen der Hauskäufer aus «erster Hand» erfragt und allfällige Schwierigkeiten noch in einer sehr frühen Phase erkannt und vermieden werden.

Quelle: www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Coop baut Fertighäuser

2. Oktober 2009

Hoher Wohnkomfort bei niedrigem Energieverbrauch: Wer beim Hauskauf auf Minergie-P-Standard setzt, schont sowohl das Klima als auch das Portemonnaie.

Jedes Jahr erfüllen sich Tausende Schweizerinnen und Schweizer den Traum vom Eigenheim. Gemäss aktuellem Bericht des Bundesamtes für Statistik wurden allein 2007 knapp 12 000 Einfamilienhäuser gebaut. Zwar ist die Bautätigkeit im Vergleich zu den Jahren zuvor derzeit rückläufig, doch das ist nachvollziehbar. In Zeiten, in denen die Wirtschaft kriselt und die Energiepreise stetig ansteigen, will ein Hauskauf gut überlegt sein. Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, dem bietet sich jetzt eine interessanteAlternative: das neue Minergie-P-Fertighaus von Coop. Minergie(-P) ist ein Qualitätslabel im Bauwesen und steht für hohen Wohnkomfort bei niedrigem Energieverbrauch. Das schont sowohl das Klima als auch das Portemonnaie.

Doch wie genau «funktioniert» Minergie? Architekt Hansjürg Kissling, der am Coop-Minergiehaus beteiligt war, gibt Auskunft: «Die Wände und das Dach verfügen über eine sehr hohe Wärmedämmung.» Dasselbe gilt für die Fenster mit der Dreifachverglasung und der speziellen Gasfüllung. Die Sonne kommt also rein, die Wärme geht aber nicht mehr raus, was vor allem im Winter für sehr niedrige Heizkosten sorgt. Im Sommer dagegen ist es drinnen angenehm kühl. «Das Haus», so Kissling, «verfügt über eine kontrollierte Lüftung mit aktiver Wärmerückgewinnung.» Einerseits wird ständig frische, gefilterte Luft von aussen in die Wohnung gepumpt, andererseits die verbrauchte, schadstoffbehaftete Innenluft nach aus-sen geleitet. «Bei diesem Austausch wird die gesamte Energie der Abluft im Haus zurückbehalten und für Zuluft, Warmwasseraufbereitung und Fussbodenheizung genutzt.»

Und was kostet das Ganze? Das 4½-Zimmer-Minergiehaus mit 128 Quadratmetern Netto-Wohnfläche gibt es schlüsselfertig (bezugsbereit, ohne Keller) zum Einführungspreis von 299 990 Franken. Dieser tiefe Betrag ist unter anderem dank der Zusammenarbeit mit Europas führendem Fertighausanbieter ELK möglich. Zudem übernimmt Coop während der ersten zehn Jahre die Heizkosten. Im Preis ebenfalls inbegriffen sind ein 10 000-Franken-Gutschein für eine Küche von Fust sowie ein 16 000-Franken-Gutschein für Innenausbaumaterial wie Tapeten, Türen, Bodenbeläge und sanitäre Anlagen von Coop Bau + Hobby – und natürlich für die damit verbundenen Einbauarbeiten. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, das Gebäude im Rohbau, zu einem günstigeren Preis zu übernehmen. Wer sich für das Coop-Minergie-P-Fertighaus entscheidet, kann übrigens relativ schnell einziehen. Alles, was es dazu braucht, ist ein Grundstück, eine Baubewilligung und drei bis vier Monate Geduld bis zur Schlüsselübergabe.
Energie wird auch im Kleinen gespart

Das gesamte Haus ist mit energiesparenden Leuchtmitteln und Lampen ausgestattet. Zudem müssen bei Minergie-P-Standard Elektrogeräte wie Kühlschrank oder Herd über die höchste Energieeffizienzklasse A verfügen. Dank Warmwasseranschluss für die Waschmaschine kann das Wasser mit weniger Energie über die Heizung erhitzt werden.
Die Wärme bleibt drin, die Hitze draussen

«Die hochwirksame Dämmung und die luftdichte Gebäudehülle sorgen dafür, dass im Winter keine Wärme verloren geht und im Sommer die Hitze draussen bleibt», erklärt Architekt Hansjürg Kissling (l.) Coopzeitung-Redaktor René Schulte anhand eines Wand-Querschnitts. Auf 39,8 Zentimeter Wandstärke kommen 36 Zentimeter Wärmedämmung.

u-Werte
• Wände, Dach, Boden = 0,1 W/m2K
• Fensterrahmen = 0,8 W/m2K; Verglasung = 0,6 W/m2K
Saubere Luft, angenehmes Raumklima

Frische Luft rein, alte Luft raus: Dank der kontrollierten Be- und Entlüftung wird die Raumluft alle zwei Stunden komplett erneuert. Ein Pollenfilter sorgt dafür, dass auch Allergiker befreit durchatmen können. Kein Lüften mehr nötig: Lärm und Schadstoffe bleiben draussen. Die Frischluft wird über einen Wärmetauscher erwärmt. Aufgrund der aktiven Wärmerückgewinnung kann die gesamte Energie der Abluft aus Küche, Bad und WC via Heizungskompaktgerät/Wärmepumpe für das Warmwasser und die Fussbodenheizung genutzt werden. So halten Sie die Energie im Haus, senken die Heizkosten und schonen die Umwelt.Fotos (v.l.n.r.): Luftbrunnen aussen, Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung, Lüftungsschlitz.
Das Minergie-Haus: Schauen Sie es sich an!

Quelle: www.coopzeitung.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Architektenwahl

1. Oktober 2009

Die Zusammenarbeit mit ihm dauert sicher einige Monate und man ist in dieser Zeit aufeinander angewiesen. Konflikte sind da meistens schon vorprogrammiert, deshalb ist ein guter Architekt nicht nur ein guter Entwerfer, sondern auch ein Manager, Kostenplaner und Psychologe. Er ist in jeder Hinsicht Ihr wichtigster Ansprechpartner für Ihr Traumhaus, die womöglich grösste Investition Ihres Lebens. Die Beziehung zum Architekten soll das gewünschte Bauprojekt schliesslich vorantreiben anstatt es noch negativ zu beeinflussen.

Der Architekt ist vom ersten Vorentwurf bis zur Vollendung Ihres Hauses dabei. Ein Architekt wird beauftragt, wenn es sich um Neubauten, Erweiterungsbauten, Um- und Ausbauten, Modernisierungen, Instandhaltungen und Sanierungen von Gebäuden handelt. Die Arbeit ist komplex, da sie eine Vielzahl von Tätigkeiten umfasst, wie Kostenschätzung und -kontrolle, Baubewilligung, Ausführungsplanung, Bauleitung, Bauabrechnung und -abnahme etc. Deshalb ist es ist es in solchen Fällen manchmal auch wichtig, auf das Bauchgefühl zu hören und welchen persönlichen Eindruck der Architekt hinterlässt. Lieber eine gewisse Distanz bewahren und nicht einen guten Freund engagieren, die persönliche Beziehung kann das Durchsetzen eigener Interessen erschweren. Die Entscheidung für oder gegen einen Architekten sollte nicht nur in Abhängigkeit von allfälligen Referenzen und schon realisierten Projekten gefällt werden.

Um den idealen Architekten zu finden, gibt es einige Tipps, die Sie beachten können:

Achten Sie sich auf Häuser in Ihrer näheren Umgebung, die Ihnen gefallen und fragen Sie ganz ungeniert nach dem Architekten. Befragen Sie die Bewohner wie folgt:

• War die Zusammenarbeit mit dem Architekten zufriedenstellend?
• War er ein guter Berater?
• Hat er den Zeitplan eingehalten?
• Hat er den Kostenrahmen eingehalten?
• Konnte er sich durchsetzen bei der Bauaufsichtsbehörde?
• War es ihm möglich, eine zuverlässige Baufirma zu empfehlen?
• Was waren seine Stärken und Schwächen?
• Sind irgendwelche Schaden oder Mängel bei der Ausführung entstanden?

Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) ist eine gute Anlaufstelle für Informationen. Unter www.sia.ch/referenzen finden Sie aktuelle Referenzobjekte und können sich jederzeit über Fachleute in Ihrer Umgebung erkundigen.

Es ist sicher auch nützlich, Schweizer Wohn- und Architektenzeitschriften zu durchsuchen, denn meistens werden dort zu jedem Objekt auch die Architekten aufgeführt.

Viele haben bedenken, mit einem jungen Architekten, einer jungen Architektin zusammenzuarbeiten. Die Situation ist natürlich mit Vor- und Nachteilen verbunden. Der junge Architekt oder die junge Architektin ist mit Herzblut dabei und höchst motiviert. Das Problem ist nur die fehlende Erfahrung, im Gegensatz zu den älteren Kollegen die sich schon einen Namen gemacht haben. Trotzdem können Sie auch den Absolventen eine Chance geben. Stellen Sie dem Architekten/der Architektin einen erfahrenen Bauleiter zur Seite, der die Gefahren voraussieht und die Umsetzung unter Kontrolle hat. Somit ist die Chance gross, den Kosten- und Zeitplan einzuhalten.

Wie teuer ist ein Architekt?
Das Honorar des Architekten wird meist in Abhängigkeit der Baukosten festgelegt. Bei kleineren Um- und Anbauten können die Kosten auch pauschal festgelegt werden. In jedem Fall richtet sich die Honorierung in der Schweiz nach der Leistungs- und Honorarordnung 102 (LHO 102) des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverbandes (SIA). Zu beachten ist, dass für Spezialisten, wie Bauingenieure oder Sanitäringenieure, die Kosten nicht einberechnet sind.

Quelle www.traumhaus.ch
Publiziert von: Othmar Helbling