Turnhallen-Einsturz – Stahlträger waren zu schwach
Dezember10
Haarscharf an der Katastrophe vorbei: Als vergangenen Februar die Turnhalle der Gewerblichen Berufsschule in St. Gallen einstürzte, war noch niemand in der Halle. Nun wurde die Ursache des Einsturzes geklärt.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft informierte am Donnerstag über den 200-seitigen EMPA-Untersuchungsbericht. Danach entsprach die Tragfähigkeit der Hauptträger des Daches nicht der SIA-Norm 263 (Schweizer Norm für die Projektierung von Tragwerken aus Stahl).
Weshalb beim Bau der Halle im Jahr 2006 zu schwache Träger verwendet wurden, wird laut Staatsanwaltschaft weiter untersucht. Bei der Planung der Dreifachturnhalle waren anfänglich Dachträger mit verstärkenden Rippen vorgesehen, wie es heisst. Mit solchen Trägern wäre die Halle laut EMPA nicht eingestürzt.
Pläne wurden geändert
Die Dachkonstruktion wurde aber im Verlauf der Planung geändert. Bei der Ausführung wurden die Verstärkungen weggelassen. Dies führte dazu, dass Schneelast die Hauptträger zusammendrückte, wonach in einer Kettenreaktion das ganze Stahldach einstürzte.
Andere Ursachen für den Hallen-Einsturz schloss die EMPA in ihrem Gutachten aus. Alle Baustoffe (Beton, Mörtel, Stahl, Schrauben) hätten den Qualitätsstandards entsprochen. Die Schneelast habe deutlich unter der Höchstlast gelegen, der das Dach hätte standhalten müssen.
Knapp an Katastrophe vorbei
Das Dach der im Jahr 2006 erbauten Dreifachturnhalle war am vergangenen 24. Februar komplett eingestürzt. Die Berufsschule blieb nur mit Glück von einer Katastrophe verschont. Da sich der Einsturz am frühen Morgen ereignete, befand sich noch niemand in der Halle.
Beim Einsturz entstand ein Millionenschaden. Zum Zeitpunkt des Einsturzes lagen 40 Zentimeter Nassschnee auf dem Hallendach. Zur Klärung der Ursache gab das Untersuchungsamt St. Gallen bei der Eidgenössischen Materialprüfungs-Anstalt EMPA ein Gutachten in Auftrag.
Die EMPA-Spezialisten untersuchten die Unfallstelle, stellten Laborversuche und umfassende Berechnungen an. Auch mögliche Witterungs- und Umwelteinflüsse wurden abgeklärt. Die EMPA prüfte verschiedene Hypothesen und Spekulationen, die nach Unfall geäussert worden waren.
Quelle www.20min.ch

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