Gebäudeprogramm – nun fliesst das Sanierungsgeld

März7

Gebäudeprogramm schüttet in 10 Jahren 3 Milliarden aus

Der Bundesrat will klimafreundliche und energieeffiziente Sanierungen fördern.

Mit 200 bis 300 Millionen Franken pro Jahr sollen Gebäudesanierungen unterstützt werden. Dies soll helfen, die Klimaziele des Bundesrats zu erreichen.

Das lange umkämpfte Gebäudeprogramm hat am Freitag seine letzte und nur noch kleine Hürde genommen. Bund und Kantone unterzeichneten eine während fünf Jahren gültige Vereinbarung zur Gewährung der Finanzhilfe, die zur energetischen Sanierung der Gebäude eingesetzt werden soll. Und der Bundesrat setzte die revidierte CO2-Verordnung, die das Gebäudeprogramm regelt, rückwirkend auf den 1. Januar 2010 in Kraft. Nun können die Gelder fliessen, die aus der CO2-Abgabe auf Brennstoffe stammen. Dies hatte das Parlament im vergangenen Jahr so beschlossen.

10′000 Sanierungen pro Jahr
Jährlich wird der Bund auf diese Weise 200 Millionen Franken abschöpfen, zwei Drittel davon gehen in Sanierungen der Gebäudehüllen, ein Drittel wird den Kantonen als Globalbeiträge für erneuerbare Energien ausbezahlt; Letzteres aber nur, wenn die Kantone mindestens gleich viele Mittel für eigene Programme zur Verfügung stellen. Die Kantone haben sich bisher bereit erklärt, jedes Jahr zusätzlich 80 bis 100 Millionen beizusteuern. In den kommenden 10 Jahren kommen also rund 3 Milliarden Franken zusammen.

Man erhoffe sich, dass das Geld pro Jahr 10 000 Gebäudesanierungen auslöse, sagte Bundesrat Moritz Leuenberger vor den Medien. Allerdings gab er zu bedenken, dass nicht diese finanziellen Anreize allein entscheidend seien, um die Hauseigentümer zur Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Gebäude anzuhalten. Auch andere Faktoren, wie die konjunkturelle Lage oder der Erdölpreis, spielten eine Rolle.

Aber nicht nur Hauseigentümer können sich über die sogenannte Teilzweckbindung der CO2-Abgabe freuen, sondern auch das Energie- und Baugewerbe. Die Gebäudeprogramm-Millionen könnten über 1 Milliarde Franken an Investitionen erzeugen, schätzt Leuenberger, der das Programm als einen wichtigen Pfeiler der nationalen Klimapolitik betrachtet. Das CO2-Gesetz wird gerade revidiert. Der Bundesrat strebt an, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Da 40 Prozent des CO2-Ausstosses in der Schweiz beim Heizen von Gebäuden entstehen, ist die Gebäudesanierung ein entscheidender Weg, das Klimaziel zu erreichen. 1,5 Millionen Häuser bedürften der energetischen Sanierung, sagte Leuenberger. Das Gebäudeprogramm helfe zudem, die Abhängigkeit von Erdöllieferanten zu verringern.

Erwartungen übertroffen
Das Programm, das dasjenige des Klimarappens ablöst, sei gut gestartet, sagte Stefan Engler, Bündner Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren. Seit Anfang Jahr seien 5200 Unterstützungsgesuche bei den kantonalen Fachstellen eingegangen. Damit seien die Erwartungen weit übertroffen worden. Mit einer zentralen Plattform im Internet wolle man den sanierungswilligen Bürgern eine «unkomplizierte» Anlaufstelle bieten, sagte Engler. Hauseigentümer könnten damit rechnen, dass 10 bis 20 Prozent der Sanierungskosten übernommen würden.

Quelle www.nzz.ch

Publiziert von: Othmar Helbling
Diese Publikation wurde im März von Othmar Helbling publiziert. Sie können diesen Beitrag als RSS 2.0 feed abonnieren. Sie können einen Kommentar hinterlassen, oder einen trackback von Ihrer Website.

Keine Kommentare

Kommentar hinterlassen: