Archiv für Juni, 2010

Badewannenkartell 622 Millionen Euro Busse

24. Juni 2010

Führende Anbieter von Badezimmer-Ausstattungen in Europa müssen für ein jahrelanges Kartell büssen und gemäss einem Entscheid der EU-Kommission über 600 Millionen Euro Strafe bezahlen. Nicht davon betroffen ist der Schweizer Sanitärtechnikkonzern Geberit.

WC-Schüsseln, Waschbecken und Badewannen sind für Millionen EU-Bürger jahrelang überteuert gewesen. Die EU-Kommission hat am Mittwoch eine Strafe von 622 Millionen Euro gegen ein Kartell von 17 Badezimmereinrichtern verhängt, das von 1992 bis 2004 illegal Preise abgesprochen hat. Deutschland war die Hochburg des Kartells, dort trafen sich Vertreter der Firmen mehr als 100 Mal.

Unter den beteiligten Unternehmen ist das Who is Who der deutschen Sanitäreinrichter: Villeroy & Boch, Dornbracht, Duravit, Grohe, Hansa und Kludi. Das höchste Bussgeld unter ihnen muss Villeroy & Boch  zahlen, 71,5 Millionen Euro. Die Firma prüft ebenso wie Grohe, gegen die Kommissionsentscheidung zu klagen.

«Das Kartell hat Bauunternehmern, Installateuren, aber letzten Endes auch zahlreichen Familien geschadet», sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Es war neben Deutschland in Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden aktiv. Die konspirativen Treffen wurden unter dem Deckmantel der nationalen Dachverbände abgehalten. Dabei wurden Preiserhöhungen, Mindestpreise und Rabatte für die gesamte Badeinrichtung festgesetzt und vertrauliche Geschäftsinformationen ausgetauscht.

Almunia beklagte «sehr schwere Verstösse gegen die EU-Wettbewerbsregeln». Neben den genannten Firmen waren den Angaben zufolge rund 70 Subunternehmen verstrickt. Mehr als die Hälfte der Gesamtbusse wurde gegen das US-Unternehmen Ideal Standard verhängt, 326 Millionen Euro.
Strafe ermässigt aus wirtschaftlichen Gründen

Im Rahmen der Kronzeugenregelung der Kommission wurde der amerikanischen Firma Masco die Geldbusse vollständig erlassen, da sie als erste auspackte. Die Strafen für fünf Unternehmen wurden ermässigt. Die betreffenden Firmen wären vermutlich nicht in der Lage gewesen, die volle Geldbusse zu bezahlen, erklärte Almunia. Das Ziel der Kartellbekämpfung bestehe nicht darin, den Niedergang von Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten zu beschleunigen. Insgesamt hätten zehn Kartellmitglieder angegeben, das Bussgeld würde sie in den Ruin treiben.

Nicht von der Busse der EU betroffen ist der St. Galler Sanitärtechnikkonzern Geberit. Das Verfahren gegen Geberit sei ohne Verhängung einer Busse eingestellt worden, gab der Konzern am Mittwoch bekannt.

Quelle www.nzz.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Energieeffizient bauen – gute Beratung spart Zeit und Geld

7. Juni 2010

Energie-Coaching – Wer sein Haus energieeffizient sanieren möchte oder demgemäss einen Neubau plant, wird unterstützt: Viele Gemeinden, Kantone und Unternehmen bieten neben der klassischen Energieberatung auch eine prozessbegleitende an – zum Nutzen des Bauprojektes und der Umwelt.

Energieeffizient bauen oder sanieren ist für immer mehr Bauherrschaften ein Thema. Dies nicht zuletzt aufgrund einer Vielzahl an Förderprogrammen, die Bund und Kantone in den vergangenen Jahren lanciert haben. Wer einen energieeffizienten Neubau plant oder seine Liegenschaft sanieren möchte, ist gut beraten, sich fachliche Unterstützung zu holen. Viele Kantone und Gemeinden bieten einmalige Erstberatungen oder auch ein den gesamten Bauprozess begleitendes Coaching an, und dies oft kostenlos oder stark vergünstigt. So sparen Bauwillige vielfach Geld und Zeit und können sicher sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Angesichts vieler rechtlicher und technischer Aspekte im Bauprojekt ist dies ein nicht zu unterschätzender Wert.

Erstberatung
Die klassische Energieberatung hilft den Bauwilligen, den Ist-Zustand ihrer Liegenschaft zu erfassen. Daraus können Massnahmen abgeleitet werden, die die Energieeffizienz ihrer Liegenschaft wirkungsvoll steigern. Wie ist der Zustand meines Hauses? Welche Massnahmen sind erforderlich? Wie kann die Energieeffizienz kurz- oder langfristig verbessert werden? Die Erstberatung bietet der Bauherrschaft die notwendige Grundlage, um das Bauprojekt mit Blick auf Kosten und Wirkung bestmöglich aufzugleisen.

Begleitendes Coaching
Die prozessbegleitende Beratung, die oft auch als Coaching bezeichnet wird, unterstützt die Bauherrschaft während des gesamten Bauprozesses – von der strategischen Planung über die Bauplanung bis zur Realisierung. Die Umsetzung des Projektes liegt meist in der Hand einer Architektin oder eines Planers. Die Aufgabe des Energie-Coachs ist es, als unabhängige Instanz eine Zweitmeinung zum Energiekonzept zu bieten und bei notwendigen technischen, rechtlichen und teils auch finanziellen Abklärungen zu helfen. «Welche energetischen Massnahmen sind sinnvoll?», «Wie werden die energetischen Ziele erreicht?», «Wie werden Fördergesuche vorbereitet?», «Sind alle rechtlichen Aspekte abgeklärt?» Bei all diesen Fragen sorgen die unabhängigen Energie-Coachs für Entscheidungssicherheit, beurteilen Preis-Leistungsverhältnisse verschiedener Massnahmen und suchen wirkungsvolle Lösungen.

Fallbeispiel: Energie-Coaching in Zürich-Wiedikon
Eine Wärmebildaufnahme machte es deutlich: Das Mehrfamilienhaus in Zürich-Wiedikon verliert über die Fenster und das Dach viel Wärmeenergie. Das Geschwisterpaar Maag hielt deshalb nach neuen Fenstern Ausschau, wusste aber nicht, welchen Ansprüchen diese genügen und welche weiteren Massnahmen berücksichtigt werden müssen. Sie wandten sich deshalb an das unabhängige Energie-Coaching der Stadt Zürich. Die Geschäftsstelle unterstützte die Bauherrschaft mit einem fachkundigen externen Energie-Coach. Gemeinsam mit diesem Fachmann und einem Planer erarbeiteten die Geschwister eine Sanierungsstrategie und suchten nach konkreten Lösungen, um das Gebäude aufzuwerten.

Für die Bauherrschaft hat sich die Zusammenarbeit mit dem Coach ausgezahlt: «Seine spezifischen Kenntnisse über mögliche Massnahmen haben uns sehr geholfen: «Wenn wir ihn brauchen, ist er gut erreichbar. Zudem hat er uns ausgezeichnete Produkte und Handwerker empfohlen.» Energie-Coach und Planer haben sich gut ergänzt und die Zusammenarbeit geschätzt. Bereits haben die Hausbesitzer weitere Sanierungs- und Ausbauideen. Für deren Umsetzung werden sie den Energie-Coach auf jeden Fall wieder zu Rate ziehen.

Quelle www.shev.ch

Publiziert von: Othmar Helbling