Schieferbeläge stehen oben auf der Wunschliste der Bauherren
25. November 2010
Dank ihrer natürlichen Ausstrahlung durch die spaltraue Oberfläche erfreuen sich Bodenbeläge aus Schiefer einer grossen Beliebtheit. Wie jedes Naturprodukt haben auch die Schieferplatten Eigenschaften, die es bei der Planung und der Verarbeitung zu berücksichtigen gilt.
Der Abbau von Schieferplatten
Die feinen Lagen von Mineralien entstanden im Laufe der Zeit durch den hohen Druck von Gesteins-umwandlungen. Bei Minerallagen im mm- oder cm-Bereich, die sich mit einfachen Mitteln auftrennen und spalten lassen, spricht man von Schiefer. Dem Einsatz von Maschinen sind beim Abbau Grenzen gesetzt. So bedarf es für die Erkennung der spaltbaren Lagen ein geschultes Auge, und der Abbau erfolgt auch durch den Einsatz von Handarbeit.
Label von Natursteinplatten
Nicht überraschend werden daher viele Schiefersteine aus Ländern mit tiefen Lohnkosten importiert. Nicht selten erfolgt der Abbau durch Kinderarbeit und unter unfairen Arbeitsbedingungen. Vermehrt prüfen daher Händler die Herkunft und die Abbaubedingungen der Natursteine. Unterschiedliche La-bels kennzeichnen die Produkte, welche den Auflagen einer Zertifizierung nachkommen. Gemäss einem internationalen Verzeichnis sind zurzeit ca. 100 verschiedene Schiefer auf dem Markt. Da bei identischem Naturschiefer aus unterschiedlichen Ländern keine einheitliche Namensgebung besteht, kommen teilweise identische Materialien mit unterschiedlichen Namen in den Handel. In jedem Fall soll man sich genau über die Herkunft und die Abbaubedingungen des Schiefers informieren.
Ein Natursteinprodukt
Die Natur produziert nicht zweimal die genau gleiche Platte. So können die Adern und die Farben stark variieren. Eine einzelne Platte kann daher nie als Referenz für einen gesamten Bodenbelag gelten. Damit Missverständnissen vorgebeugt werden kann, empfiehlt es sich, eine Bestellung mittels diverser Musterplatten zu überprüfen, damit der fertige Bodenbelag sich dann auch wirklich mit den Vorstellungen des Bestellers deckt. Die naturgegebene spaltraue Oberfläche führt dazu, dass an den Plattenstössen unter Umständen Überzähne akzeptiert werden müssen, die auch bei bester Verlege-technik des Plattenlegers nicht auskorrigiert werden können. Wegen der unterschiedlichen Spaltbarkeit der Materialien können keine allgemeingültigen Richttoleranzen aufgestellt werden. Ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für die Benutzbarkeit des Bodens, der bei der Beratung und der Auswahl des Materials berücksichtigt werden muss. Falls möglich, lohnt es sich, einen bereits ausgeführten Boden zu besichtigen.
Planung und Arbeitsvorbereitung
Je nach Herkunft der Schieferplatten muss unter Umständen mit grösseren Lieferfristen gerechnet werden. Denn nicht alle Sorten und Formate sind bei den Händlern an Lager. Vor dem Verarbeiten der Schieferplatten muss sich der Plattenleger einen Überblick über die gelieferten Platten verschaffen. Mit der geschickten Kombination unterschiedlicher Farbnuancen kann der Gesamteindruck des fertigen Belages wesentlich beeinflusst werden. Beschädigte oder gerissene Platten sollen ebenso aussortiert werden wie Platten, die nicht ins Gesamtbild passen. Für einen erfahrenen Plattenleger eine Selbst-verständlichkeit.
Oberflächenbehandlung und Imprägnierung
Da Natursteine mehr oder weniger porös sind, können Wasser und Schmutz eindringen. Je nach Be-nutzung und Reinigungsart verändert sich das optische Aussehen, und der Stein erhält eine Patina. Durch das Anbringen einer Oberflächenimprägnierung können die Platten davor geschützt werden. Vor allem in den stark genutzten Zonen, wie etwa in der Küche, ist dies empfehlenswert. Die Böden werden dazu nach der Fertigstellung gründlich gereinigt und je nach Imprägnierung ein- bis zweimal behandelt. Je nach gewählter Imprägnierung verändert sich die Oberfläche. Farbtöne können intensiver oder dunkler werden oder die Platten können speckig wirken. Grossflächige Muster sind bei der Auswahl der Imprägnierung ebenso unerlässlich wie eine gute Beratung.
Pflege und falschen Behandlung
Durch aggressive und ungeeignete Reinigungsmittel können im Naturstein fleckenartige Verfärbungen auftreten. Für Reinigung und Sauberkeit reicht meistens das feuchte Aufnehmen mit Wasser und ei-nem milden Reinigungsmittel. Dies schadet dem Schiefer und der Imprägnierung nicht. Auf jeden Fall müssen die Reinigungsmittel vorgängig mit dem Plattenleger bestimmt werden, damit diese mit der verwendeten Imprägnierung harmonieren und der Boden lange Freude bereitet.
