Archiv für die ‘Baukonstruktionen’ Kategorie

Kerndämmung für Zweischalenmauerwerk

2. September 2011

Bei zahlreichen Gebäuden in der Schweiz sind die Aussenwände als Zweischalen-Mauerwerk konzipiert. Durch eine Kerndämmung des Mauer­werks mit Feingranulat können die Heizkosten stark gesenkt werden.

Den Kern dämmen und Energie sparen
Zweischalige Mauerwerke sind bestens bewährte und langlebige Aussenwand-Konstruk­tionen. ­Witterungsbedingte Temperaturschwankungen wirken sich bei zweischaligem Aufbau (Aussenschale, Kern-Zwischenraum, Innenschale) nur ­relativ geringfügig auf die Raumtemperatur im ­Gebäude aus. Ist der Raum zwischen den beiden Schalen hohl (nicht mit Wärmedämmplatten ausgefüllt), ist durch Einblasen von Hochleistungs-Wärmedämmstoffen (Feingranulate) eine beachtliche Verbesserung der Dämmwirkung der Aussenwand realisierbar. Dabei bleiben die konstruktiven Vorteile des Mauerwerks bestehen. Eine Kerndämmung ermöglicht den Erhalt des originalen Fassadenbildes ­(Architektur, Denkmalschutz).
 
Maximale Dämmwirkung mit Aerogelen
Eine wichtige Anforderung an Gebäude ist eine wirkungsvoll gedämmte Hülle. Diesbezüglich ­werden Aerogel-Granulate wegen ihrer exklu­siven, materialtechnischen Vorzüge jetzt auch hierzulande zunehmend für Isolierungen eingesetzt. Zu den Vorzügen und Eigenschaften des Materials zählen unter anderem:
n seine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit
(λ = 0,018 W/mK) n es besteht aus rund 10 Prozent Sand und 90 Prozent Luft und ist ökologisch unbedenklich n Aerogele sind wasserabstossend und schallreflektierend
n das Material ist sehr leicht und dringt beim Einblasen in jeden Hohlraum ein n Aerogele sind relativ teuer.Damit eigenen sich Aerogel-Feingranulate gut für dünnschichtige Isolierungen, beispielsweise zur nachträglichen Kerndämmung von Mauerwerk oder als Hochleistungs-Wärmedämmstoff für Hohlräume in Neukonstruktionen.
 
Erfolgreicher Einsatz bei einer Villa in Biel
Der Besitzer der Villa in Biel wünschte eine ­wesentliche Reduktion der Heizkosten. Im Rahmen einer energietechnischen Beratung mit ­Vorprojekt wurden Richtofferten mit den Lösungsvarianten Kerndämmung (9 cm Aerogel-Granulat) und kompakte Aussendämmung der Fassade (Steinwolle 16 cm) erstellt und dabei die totalen Kosten und Einsparungen über eine vorgesehene Nutzungsdauer von 25 Jahren verglichen.
Der Besitzer entschied sich für die Kerndämmung mit Aerogel-Feingranulat. Eine kompakte Aussendämmung hätte diverse Anpassungen in den Fenster- und Dachrandbereichen bedingt und ­länger gedauert. Mit Hilfe einer Blower-Door-Einrichtung wurden zuerst undichte Stellen in den Fassaden ausfindig gemacht und manuell abgedichtet. Nachher wurde das Granulat durch vorgebohrte Öffnungen (25 mm Durchmesser) in das Mauerwerk eingeblasen. Abschliessend erfolgte das Verschliessen der Einblaslöcher und die Wiederherstellung der Fassade in Struktur und Farbton. Das um 1920 erstellte Gebäude wird vorderhand noch mit Öl geheizt. Die Heizung soll aber später durch eine ökologische Heizung ersetzt werden. Durch die neu eingebrachte Kerndämmung senkt sich der U-Wert der zweischaligen Aussenwände von 1,1 auf 0,17 W/m2K. Erwartet wird unter ­diesen Umständen eine Gesamtheizkosten­einsparung von rund 50 Prozent. Der Besitzer profitiert von Fördergeldern aus dem nationalen Gebäudeprogramm.

Quelle: www.baublatt.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Schieferbeläge stehen oben auf der Wunschliste der Bauherren

25. November 2010

Dank ihrer natürlichen Ausstrahlung durch die spaltraue Oberfläche erfreuen sich Bodenbeläge aus Schiefer einer grossen Beliebtheit. Wie jedes Naturprodukt haben auch die Schieferplatten Eigenschaften, die es bei der Planung und der Verarbeitung zu berücksichtigen gilt.

Der Abbau von Schieferplatten
Die feinen Lagen von Mineralien entstanden im Laufe der Zeit durch den hohen Druck von Gesteins-umwandlungen. Bei Minerallagen im mm- oder cm-Bereich, die sich mit einfachen Mitteln auftrennen und spalten lassen, spricht man von Schiefer. Dem Einsatz von Maschinen sind beim Abbau Grenzen gesetzt. So bedarf es für die Erkennung der spaltbaren Lagen ein geschultes Auge, und der Abbau erfolgt auch durch den Einsatz von Handarbeit.

Label von Natursteinplatten
Nicht überraschend werden daher viele Schiefersteine aus Ländern mit tiefen Lohnkosten importiert. Nicht selten erfolgt der Abbau durch Kinderarbeit und unter unfairen Arbeitsbedingungen. Vermehrt prüfen daher Händler die Herkunft und die Abbaubedingungen der Natursteine. Unterschiedliche La-bels kennzeichnen die Produkte, welche den Auflagen einer Zertifizierung nachkommen. Gemäss einem internationalen Verzeichnis sind zurzeit ca. 100 verschiedene Schiefer auf dem Markt. Da bei identischem Naturschiefer aus unterschiedlichen Ländern keine einheitliche Namensgebung besteht, kommen teilweise identische Materialien mit unterschiedlichen Namen in den Handel. In jedem Fall soll man sich genau über die Herkunft und die Abbaubedingungen des Schiefers informieren.

Ein Natursteinprodukt
Die Natur produziert nicht zweimal die genau gleiche Platte. So können die Adern und die Farben stark variieren. Eine einzelne Platte kann daher nie als Referenz für einen gesamten Bodenbelag gelten. Damit Missverständnissen vorgebeugt werden kann, empfiehlt es sich, eine Bestellung mittels diverser Musterplatten zu überprüfen, damit der fertige Bodenbelag sich dann auch wirklich mit den Vorstellungen des Bestellers deckt. Die naturgegebene spaltraue Oberfläche führt dazu, dass an den Plattenstössen unter Umständen Überzähne akzeptiert werden müssen, die auch bei bester Verlege-technik des Plattenlegers nicht auskorrigiert werden können. Wegen der unterschiedlichen Spaltbarkeit der Materialien können keine allgemeingültigen Richttoleranzen aufgestellt werden. Ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für die Benutzbarkeit des Bodens, der bei der Beratung und der Auswahl des Materials berücksichtigt werden muss. Falls möglich, lohnt es sich, einen bereits ausgeführten Boden zu besichtigen.

Planung und Arbeitsvorbereitung
Je nach Herkunft der Schieferplatten muss unter Umständen mit grösseren Lieferfristen gerechnet werden. Denn nicht alle Sorten und Formate sind bei den Händlern an Lager. Vor dem Verarbeiten der Schieferplatten muss sich der Plattenleger einen Überblick über die gelieferten Platten verschaffen. Mit der geschickten Kombination unterschiedlicher Farbnuancen kann der Gesamteindruck des fertigen Belages wesentlich beeinflusst werden. Beschädigte oder gerissene Platten sollen ebenso aussortiert werden wie Platten, die nicht ins Gesamtbild passen. Für einen erfahrenen Plattenleger eine Selbst-verständlichkeit.

Oberflächenbehandlung und Imprägnierung
Da Natursteine mehr oder weniger porös sind, können Wasser und Schmutz eindringen. Je nach Be-nutzung und Reinigungsart verändert sich das optische Aussehen, und der Stein erhält eine Patina. Durch das Anbringen einer Oberflächenimprägnierung können die Platten davor geschützt werden. Vor allem in den stark genutzten Zonen, wie etwa in der Küche, ist dies empfehlenswert. Die Böden werden dazu nach der Fertigstellung gründlich gereinigt und je nach Imprägnierung ein- bis zweimal behandelt. Je nach gewählter Imprägnierung verändert sich die Oberfläche. Farbtöne können intensiver oder dunkler werden oder die Platten können speckig wirken. Grossflächige Muster sind bei der Auswahl der Imprägnierung ebenso unerlässlich wie eine gute Beratung.

Pflege und falschen Behandlung

Durch aggressive und ungeeignete Reinigungsmittel können im Naturstein fleckenartige Verfärbungen auftreten. Für Reinigung und Sauberkeit reicht meistens das feuchte Aufnehmen mit Wasser und ei-nem milden Reinigungsmittel. Dies schadet dem Schiefer und der Imprägnierung nicht. Auf jeden Fall müssen die Reinigungsmittel vorgängig mit dem Plattenleger bestimmt werden, damit diese mit der verwendeten Imprägnierung harmonieren und der Boden lange Freude bereitet.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Mehr Sicherheit durch Schneehalter

12. November 2010

Der nächste Winter kommt bestimmt! Und der kann wiederum viel Schnee auf den Dächern mit sich bringen und damit hohe Schneelasten. Abrutschender Schnee und abbrechendes Eis führt Jahr für Jahr zu beträchtlichen Schäden, welche sich mit gezielten Massnahmen verhindern lassen.

Schneesicherung einplanen und einbauen
Die Schneesicherung auf Dächern lässt sich präventiv planen und einbauen. Schadensrisiken können so vermindert und die Sicherheit merklich erhöht werden. Die SIA Normen – ein wichtiges und anerkanntes Standardwerk mit verbindlichem Charakter zur Planung und Ausführung von Bauten – schreiben in der Norm SIA 232 dazu folgendes vor: “Dachflächen, die infolge Lage und Neigung Schneerutsche auf Plätze oder Verkehrswege, wo sich Personen aufhalten können, erwarten lassen, sind mit Schneefanganlagen zu versehen”. In den meisten Fällen erfolgen die Bauausschreibungen nach dieser SIA Norm. Bei der Planung solcher Anlagen sind in Ergänzung zu den SIA Normen die lokal geltenden Bauverordnungen sowie die Bedingungen der Versicherungen zu beachten. Und auf gesetzlicher Ebene gilt: Grund- und Hauseigentümer sind grundsätzlich für die Sicherheit auf ihrer Liegenschaft verantwortlich. Bei Schäden haften sie. Eigentümer müssen also verhindern, dass wegen abrutschendem Schnee und herunter fallendem Eis Personen, Tiere und Sachwerte Schaden nehmen.

Für das Rückhalten des Schnees auf steilen Dächern haben sich Schneehalter (auch “Schneestopper” genannt) sehr gut bewährt. Solche Schneehalter werden auf der ganzen Dachfläche gleichmässig angeordnet und in erforderlicher Anzahl (abhängig von Schneelast/Schub und Dachneigung) eingebaut.

Für Höhenlagen unter 2000 Meter kann die Schneelast nach SIA 160 ermittelt werden, falls keine gesicherten Erfahrungswerte verfügbar sind. In speziellen Fällen empfiehlt es sich, diesbezüglich ortskundige Fachleute beizuziehen.

Die erforderliche Anzahl der Schneehalter wird gemäss Norm SIA 261/1 bestimmt. Im Bereich von Vordächern und Dachtraufe sowie hinter Dachfenstern, Kaminen und Dunstrohren empfiehlt es sich, zusätzlich weitere Halter anzuordnen.

Schneehalter sind nur für den punktuellen Schneerückhalt auf Dächern konzipiert und können keine andere Sicherheitsfunktion – beispielsweise eine Haltesicherung für Unterhaltspersonal – übernehmen. Diesbezüglich sind die speziellen Sicherheitsvorschriften einzuhalten.

Die Anordnung und die Anzahl der Schneehalter werden ausserdem von der Art des Deckmaterials (zum Beispiel Ziegel, Faserzementplatten, Blech etc.) bestimmt. Für den fachgerechten Einbau der Halter sind jeweils die Verlege-Richtlinien der Hersteller, Lieferanten und Fachverbände einzuhalten.

Eine Schneesicherung ist auf jedem Dach möglich
Jedes Dach lässt sich mit einer Schneesicherung versehen. Der Einbau ist auch nachträglich sowie im Rahmen von Sanierungen oder Umbauarbeiten möglich. Neben den erwähnten Schneehaltern werden zur Schneesicherung auch andere Sicherungselemente eingesetzt. Für flach geneigte Dächer genügt in der Regel eine Sicherung mit Schneefangrohren, Schneefanggittern oder speziell profilierten Ziegeln. Bei steileren Dächern bieten sich Schneehalter in Kombination mit diesen Elementen als ideale Lösung an.

Bei sehr grossen Schneemengen kann ein Abrutschen des Schnees nie ausgeschlossen werden. In solchen Fällen sollte der Schnee vor dem Abrutschen von geschulten Fachkräften vom Dach geräumt werden.

Professionelle Beratung, bewährte Produkte
Auch der Einbau von Schneehaltern muss fachgerecht erfolgen. Fachverbände und ihre Mitglieder kennen die Einbauregeln und durch Hersteller und Lieferanten getestete und bewährte Produkte.
Fachverbände und Hersteller bieten Hauseigentümern sowie Planern
und Anwendern bei Bedarf professionelle und fachspezifische Beratung
an. Im Zusammenhang mit der Bestimmung der Anzahl Schneehalter ist
bei Gebäudehülle Schweiz, dem Verband Schweizer
Gebäudehüllen-Unternehmungen, gegen einen kleinen Kostenbeitrag ein
Rechenschieber per Email über vreni.schoeb@gh-schweiz.ch beziehbar.

Wer haftet?
Das Obligationenrecht bestimmt, dass der Eigentümer eines Gebäudes für Schäden haftbar ist, die wegen fehlerhafter Anlage oder Herstellung sowie mangelhaftem Unterhalt entstehen. Nehmen durch Dachlawinen oder Eis Personen oder fremde Sachwerte Schaden, haftet grundsätzlich der Grund- oder Gebäudeeigentümer. Im Falle einer vertraglichen Delegation der Sicherheitspflicht an Dritte (z.B. den Hauswart), kann der Eigentümer bei Schadensersatzforderung Rückgriff nehmen. Zu beachten ist, dass Gebäudeschäden, die durch Schneerutsche oder fallendes Eis entstanden sind, nicht als Elementarschäden gelten und deshalb von der obligatorischen Gebäudeversicherung nicht gedeckt sind. Bei Schäden an Dritten kommt – falls vorhanden – die Gebäudehaftpflichtversicherung zum Zug. Sonst haftet der Eigentümer. Für Schäden an Fahrzeugen können Kaskoversicherungen beansprucht werden.

Was tun bei Schäden?
- Sofortige Schadenmeldung durch den Eigentümer, bzw. durch die Geschädigten bei Ihrer Versicherung.
- Schaden bestmöglich dokumentieren: Fotos können bei der Geltendmachung von Forderungen nützlich sein; genaue Adresse, Datum und Zeit des Vorfalls angeben, Name und Adresse von Zeugen nennen.
- Beschädigte Gebäudeteile, Einrichtungen und Gegenstände nur nach Absprache mit dem Schadenexperten entsorgen.
- Für Schadensbehebung (Räumung etc.) und Vermeidung künftiger Schäden professionelle Unterstützung durch Fachleute einholen.

Quelle www.presseportal.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Haustürschlösser – vom Bartschlüssel zum Fingerprint

21. Juli 2010

Vorbei sind die Zeiten, in denen Bauherren bei der Haustüre sich nur Gedanken zur Gestaltung machen mussten. Eine Vielzahl unterschiedlicher Schliesssysteme und Sicherheitsstufen stehen auf dem Markt zur Auswahl, mit denen sich ein Bauherr befassen muss.

Auch für die Haustüren von Einfamilien- oder Mehrfamilienhäusern schreitet die Entwicklung von si-cherheitstechnischen Ausführungen stetig voran. Sie decken die gestiegenen Anforderungen der Hausbesitzer an einen erhöhten Schutz der Gebäude gegen Einbrecher sowie an den technischen Fortschritt bis zur biometrischen Erkennung des Fingerabdruckes ab.

Die Kriminalstatistiken der Polizei bestätigen dabei das Empfinden der Hausbesitzer. Die Anzahl der Einbrüche ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ungefähr 40% der Einbrüche erfolgen da-bei über schlecht gesicherte Haustüren.

Was aber kann der einzelne Hauseigentümer vorkehren, um seine Haustüre möglichst optimal gegen unerwünschten Besuch zu sichern, und was gilt es zu beachten?

Sicherheitstechnische Mindestanforderungen
Die Haustüre soll mit einem möglichst weitwinkligen Türspion ausgestattet werden, um Besucher ein-deutig erkennen zu können. Zylinderschlösser sollen gegenüber dem Türblatt nicht vorstehen und so keine Angriffsfläche bieten für das Herausbrechen des Zylinders mit einem Werkzeug von aussen. Der Einbau eines Mehrpunkt-Verriegelungssystems verhindert ein Aushebeln oder Aufdrücken der Türe mit einem Stemmeisen.

Was versteht man unter Widerstandsklassen
Die Türindustrie fabriziert ihre Produkte zumeist gemäss den heute vereinheitlichten und europäisch genormten Widerstandsklassen (WK 1, WK 2 usw.). Nicht alle Anbieter haben aber ihre Produkte bei speziellen Instituten einer Prüfung unterziehen lassen, welche die Widerstandsklassen bestätigt. Der Verband Schweizerische Türbranche unterscheidet 6 Widerstandsklassen, die bei der Türe ohne spe-zielle Anforderungen beginnen und bis zu Anforderungen an die Ausführungen von Post- und Bank-gebäuden reichen.

Mechanische Schliesssysteme
Mechanische Schliesssyteme sind die am meisten verwendeten Anlagen. Geht ein Schlüssel verloren bleibt aber nur der Ersatz eines oder mehrerer Zylinder, damit kein unbefugter Zutritt ins Gebäude möglich wird. Mechatronische Anlagen sind die Ergänzung von mechanischen Zylindern mit einem elektronischen Berechtigungsmodul. Bei Schlüsselverlust müssen die Zylinder nicht ersetzt werden, der verlorene Schlüssel wird einfach elektronisch ausgesperrt im Zylinder.

Elektronische Schliesssysteme
Elektronische Schliesssysteme ermöglichen die Öffnung von Türen ohne eigentlichen Schlüssel. Da-bei genügt es, einen Transponder, einen kleinen Sender, in der Hosentasche oder im Jacket zu haben. Durch berühren der Kontakts über die Türfalle wird geprüft, ob der Zutritt berechtigt ist und sich die Türe somit automatisch öffnet.

Biometrische Erkennung mit einem Fingerabdruck
Bereits gelangt bei neuen Einfamilienhäusern diese Technologie zur Anwendung. Dabei prüft ein Scanner den Fingerabdruck und vergleicht ihn mit den im System hinterlegten Daten und Angaben. Erst anschliessend lässt sich die Türe öffnen. Die Zeit des Schlüsselsuchens gehört mit einer solchen Anlage endgültig der Vergangenheit an.

Mehrfachverriegelungen bei den Türen
Die Sicherung einer Türe mit nur einem Schliessriegel beim Türschloss ermöglicht das Aufdrücken einer Türe ohne massive Krafteinwirkung. Um eine bessere Widerstandsklasse zu erreichen, werden Mehrpunkteverriegelungen eingebaut, die je nach System über 3 bis 6 solcher Riegel verfügen und ein Aufdrücken für einen Einbrecher eigentlich verunmöglichen. Der nachträgliche Einbau solcher Mehrpunkteverriegelungen ist auch bei den meisten bestehenden Türen möglich, da unterschiedliche solcher Produkte auf dem Markt verfügbar sind. Eine Ausführung, die in vielen Fällen die kostengüns-tigere Variante ist als der Ersatz der gesamten Haustüre.

Weitere Infos
Der Verband Schweizerische Türbranche VST hält auf seiner Website www.vst.ch ein Merkblatt über einbruchhemmende Türelemente bereit. Übersichtlich dargestellt werden die unterschiedlichen Normen und Sicherheitsklassen von Türen.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Häuser werden immer bunter

31. Mai 2010

Bauherren und Gebäudebesitzer lassen die Fassaden ihrer Häuser immer farbiger streichen und liegen damit absolut im Trend. In neuen Quartieren reihen sich bunte Einfamilienhäuser aneinander, welche das Einheitsgrau, das Kalkweiss und das Standardbeige älterer Gebäude immer mehr ablösen.

Farben liegen im Trend
Bunte Farben an Gebäudefassaden sind keine neue Erscheinung. Breits in früheren Zeitepochen wur-den unterschiedlich starke Farben verwendet, um den Ausdruck der Gebäude zu verstärken. Erst in der Moderne wurde die Fassadengestaltung immer mehr entfärbt. Der Einsatz von erdfarbigen Tönen, Rot, Orange und Pastelltönen aller Farben verstärkt nun dieses gestalterische Element in der Architektur wieder. Im Kommen sind auch zweifarbig gestaltete Fassaden. Solche Farbvarianten wer-den insbesondere von den Fertighaus- und Systemhausanbietern auf den Markt gebracht. Sie sind die eigentlichen Vorreiter der neu entdeckten Farbenfreude. Bereits entstehen in Anlehnung daran auch Mehrfamilienhäuser, bei denen die Bewohner zum Beispiel die Farbe ihrer Balkonnischen individuell wählen können.

Nicht alles was gefällt, ist erlaubt
Hausfassaden sind Teil des öffentlichen Raumes. Farbgestaltungen von Gebäudefassaden sind daher in den meisten Fällen bewilligungspflichtig und müssen vor deren Ausführung bemustert werden. Obwohl es für die Farbverträglichkeit keine messbaren Kriterien gibt, müssen die Baukommissionen der Gemeinden über die Bewilligungsfähigkeit der Fassadengestaltung befinden. Der Ermessensspielraum der bewilligenden Kommissionen führt dabei hin und wieder zu Meinungsverschiedenheiten, lassen sich doch Geschmäcker nicht in eine Form pressen.

Nicht allen wird es gefallen
Bauherren und Farbberater können es nicht allen Nachbarn und Betrachtern recht machen. Die Dis-kussion über die Ästhetik und die Gestaltung währt schon ewig. Der Einsatz von Farbe als Architek-tursprache ist heikel, denn nur wenn die Farbtöne des gesamten Gebäudes perfekt aufeinander abge-stimmt sind, erreicht das Gebäude die gewünschte Wirkung. Die ungenügende Beachtung kleiner Gestaltungsdetails kann den Gesamteindruck nachhaltig negativ beeinflussen.

Dunkle Farben, was ist machbar
Der Hellbezugswert ist der Reflektionsgrad eines bestimmten Farbtons zwischen dem Schwarzpunkt = 0 und dem Weisspunkt = 100. Dunklere Farbtöne im Aussenbereich unterliegen infolge des andau-ernden Wechsels zwischen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung während der Nachtstunden grösseren Temperaturspannungen als heller eingefärbte Beschichtungen. Dies kann zu kleineren oder grösseren Spannungsrissen an der Fassade führen. Dies gilt vor allem bei Aussen-wärmedämmungen, da darf kein Hellbezugswert kleiner als 30 angewendet werden, ausser der Sys-temlieferant garantiert für einen tieferen Wert.

Farbe hat viele Funktionen
Die Rekonstruktion historischer Farben an Hausfassaden denkmalgeschützter Gebäude trägt zum Erhalt kultureller Tradition bei. Bei neuen Gebäuden kann der funktionelle Einsatz von Farben einen Baukörper optisch zusammenfassen oder unterschiedliche Architekturelemente stärker voneinander abgrenzen, damit die Struktur des Gebäudes stärker erkennbar wird. Ein starkes Gestaltungselement, das von den Architekten gezielt eingesetzt wird. Eine individuelle Farbgebung kann durchaus einen Einfluss auf das Lebensgefühl der Bewohner haben. Ebenso kann es ein Gebäude hervorheben, was die Kennzeichnung und die Orientierung für Kinder und Besucher vereinfacht.

Die richtige Farbe schützt die Fassade
Der Fassadenanstrich bestimmt nicht nur die Optik eines Hauses, er erfüllt auch eine wichtige Schutz-funktion. Er weisst Wasser und Schmutz ab und schützt gegen Algen und Pilzbefall. Grundsätzlich sollten 2 Anstriche aufgetragen werden für einen optimalen Schutz, denn wie sagen die Maler: „Ein Anstrich ist kein Anstrich“.

Fassadenveränderungen sind bewilligungspflichtig

Informieren Sie sich in jedem Fall bei Ihrer Gemeinde bevor Sie die Farbwahl der Hausfassade ab-schliessend bestimmen. Denn nicht alles was gefällt wird unbedingt bewilligt. Der Ortsbildschutz oder denkmalgeschützte Gebäude in der Nachbarschaft können einen Einfluss haben auf die Zustimmung und die Bewilligung der Behörden haben. Die Bemusterung mit einem grosszügigen Farbmuster kann dabei sicherlich eine sehr hilfreiche Entscheidungsgrundlage sein, für sämtliche beteiligten Parteien.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Fenster Schallschutz und Montage sind wichtig

5. Mai 2010

Die Frage, ob das Fenster mit zwei oder drei Gläsern ausgerüstet ist, hat sich mittlerweile erledigt. Denn für Wohnbauten sind Dreifachverglasungen heute Standard. Die Mehrkosten gegenüber zwei Gläsern sind derart gering, dass das kein Thema mehr ist. Zudem subventioniert das Gebäudeprogramm (www.dasgebaeudeprogramm.ch) aus­schliesslich Dreifachverglasungen. Kurze Diskussionen ergeben sich auch bei der Materialwahl. Selbstverständlich geht es beim Abwägen die Materialpalette (Grafik rechts) rauf und runter – um dann schnell beim Holz-Metall-Fenster zu landen. Jedenfalls für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Bei Mietwohnungen werden dagegen häufiger Kunststoffprodukte eingebaut. Übrigens: Vollmetallfenster gibt es seit einigen Monaten auch für Wohnbauten. Sie sind aus getrennten Alu-Rahmen gefertigt, um den Wärmedurchgang zu minimieren. Ziemlich edel, aber auch teurer als Holzfenster.

Was sind die wichtigen Fragen?
Zwei wichtige Entscheidungen bleiben dem Hauseigentümer gleichwohl: Welche Schallschutzanforderungen sollen die Fenster erfüllen? Und zweitens, wo wird das Fenster montiert? Beides hat viel mit Bauphysik zu tun und sollte, wenn möglich, mit Fachleuten erörtert werden. Beispielweise mit Josef Knill, Ko-Prä­sident des Schweizerischen Fens­terverbandes: «Schallschutzfenster ohne Sanierung des Rollladenkastens machen wenig Sinn.» Der Experte warnt vor einer mangelhaften Ausführung, bei der das Fenster eine gute Schalldämmung bringt, der Schall aber über den Rollladenkasten eindringt. Die Fachleute nennen diese Schwachstellen Schallbrücken. Um einen umfassenden Schutz gegenüber Lärm von der Strasse oder aus dem Luftraum zu gewährleisten, sollte das Gebäude auf Schallbrücken abgeklopft werden. Im Dachbereich beispielsweise hat es viele akustische «Löcher» (Durchführungen wie Kamine, Abluftrohre, Befestigungselemente).

Grundsatzentscheid: mit Wärmedämmung?
In der Grafik nebenan sind Stufen der Schalldämmung aufgelistet. Sie beziehen sich auf das Schalldämmmass der Verglasung. Achtung: Im eingebauten Zustand hat ein Fenster eine um mindestens 2 dB (A) geringere Schalldämmung. Verglasungen mit Schalldämmwerten über 40 dB (A) sind nur an besonders lauten Standorten sinnvoll. In jedem Fall sollte der Hausbesitzer – oder der beauftragte Architekt – ein Schallattest der bestellten Fenster verlangen.

Die ideale Lage des Fensters in der Laibung setzt einen Grundsatzentscheid voraus. Sofern der Hausbesitzer aus Gründen des Denkmalschutzes oder wegen gestalterischen Ansprüchen auf eine Wärmedämmung langfristig verzichtet, sollte die Fensterposition nicht (oder nur geringfügig) verändert werden. In diesen Fällen können Renovationsfenster zum Einsatz kommen, was den Vorteil hat, dass keine Maurerarbeiten anfallen. Bei diesen Produkten wird der neue Rahmen auf den alten aufgeschraubt. Nachteilig ist allenfalls, dass der alte Rahmen als thermische Schwachstelle wirkt. Wer den Aufwand nicht scheut, erweitert die Fensternische durch Abfräsen der Laibung. «Dadurch lässt sich das Fenster weiter aussen montieren, was die Kondenswassergefahr vermindert», meint Josef Knill. Die ideale Lösung bleibt aber, das Fenster von aussen anzuschlagen und den Blendrahmen zu überdämmen, so der Experte.

Neues Minergie-Modul
Die Minergie-Agentur Bau lanciert, zusammen mit den Fachverbänden, für Minergie-P- und Passiv-Häuser geeignete Fenster als Minergie-Modul (www.minergie.ch). Sie sind bezüglich Wärmeschutz in der gleichen Qualitätsklasse wie die Topfenster (www.topfenster.ch); das P-Modul bewertet allerdings die Aspekte der Tageslicht- und Solarenergienutzung nicht. Alle drei Bewertungssysteme – Minergie, Minergie-P und Topfenster – basieren auf Dreifachverglasungen, sie weisen aber im Vergleich zu anderen Produkten die besseren Rahmen auf.

Ist damit die Fensterbestellung komplett?

Noch zwei Punkte: Bezüglich Einbruchsicherheit sind die Fenster in Klassen eingeteilt. Für Fenster im Erdgeschoss oder an zugänglichen Balkonen ist eine erhöhte Sicherheit unverzichtbar, was mit Fenstern der Widerstandsklasse 2 garantiert ist. Und schliesslich ein wichtiges Detail: Eine zweite – raumseitige – Dichtung am Flügelrahmen kostet wenig und bringt viel.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Ein effizienter Sonnenschutz ist unerlässlich

2. Mai 2010

Sie schützen Häuser und Wohnungen im Sommer vor Überhitzung. Und sorgen auch dafür, dass der Mensch bequem im Schatten sitzen kann. Richtig installiert, können sie eine Klimaanlage überflüssig machen. Neu sind Sonnenschutzsysteme auch als Minergie-Standard erhältlich.

Die beiden Hitzesommer 2003 und 2006 haben gezeigt: Hochwertiger Sonnenschutz wird für den Komfort in Gebäuden immer zentraler. Viele Menschen leiden unter der Hitze und ihre Produktivität bei der Arbeit sinkt wesentlich. Klimageräte sorgen an Hitzetagen zwar für Komfort, verbrauchen aber Strom. Dem wirkt ein fachgerecht installiertes Sonnenschutz-System entgegen. Denn gelangt die Hitze erst gar nicht ins Gebäude, muss sie nicht wieder aufwändig abgeführt werden.


Solarwärme nutzen

Was im Sommer nicht erwünscht ist, ist es im Winter umso mehr: Grosse Fenster sollen möglichst viel Sonnenlicht und damit Wärme ins Gebäudeinnere lassen, damit der Energieverbrauch für die Heizung tief gehalten werden kann. Der Trend, Solarwärme zu nutzen, macht bewegliche Sonnenschutz-Systeme für zeitgemässe Bauten unabdingbar. Unter diesem Aspekt werden hochwertige Sonnenschutz-Systeme immer komplexer.

Gerade bei zeitgemässen, energieeffizienten Gebäuden erfüllen einfache Sonnenstoren die Standards nicht mehr. Denn Sonnenschutz-Systeme dienen nicht mehr nur der Beschattung, sie sind mittlerweile aktive Bauteile, die einen wesentlichen Einfluss auf den Energiehaushalt eines Gebäudes haben – und damit auch auf den Wohnkomfort.


Installation entscheidend

Die Wirkung des Sonnenschutzes hängt wesentlich vom eingesetzten System, vom Material und von der Positionierung ab. Aussen liegende Storen oder Jalousien schützen am besten. Nach einer Berechnung der Empa aus dem Jahre 2001 lassen innere Schutzelemente dreimal mehr Energie passieren als äussere. Mit innen liegenden Storen ist ein gut besonnter Wohnraum – ohne zusätzliche Massnahmen – nicht ausreichend gegen Überhitzung geschützt.
Rafflamellenstoren sind weit verbreitet; sie kombinieren einen guten Sonnenschutz mit vielfältiger Anwendung. Lamellenstoren eignen sich auch für die Nachrüstung von Häusern, sinnvollerweise in Verbindung mit einer Aussenwärmedämmung. Dadurch kann der Storenkasten ausserhalb der Fensternische montiert werden, was die Tageslichtnutzung erleichtert.


Schutz vor UV-Strahlung

Textile Storen, von vielen Anbietern als Markisen bezeichnet, beschatten Balkone und Aussensitzplätze, seltener auch Fenster. Sie sind überwiegend aus Acrylfasern, einem robusten Kunststoff, gefertigt und werden häufig mittels Gelenk- oder Scherenarmen ausgefahren. Auswahlkriterien sind, neben gestalterischen Aspekten, die Lichttransmission, der Energiedurchlass sowie die Filterwirkung gegenüber Ultraviolettstrahlung (UV).
Guten Schutz vor UV-Strahlung ermöglichen auch mehrschichtige Folien mit dem Trägermaterial Polyethylen (PE), die auf die äussere Oberfläche von Verglasungen aufgebracht werden. So lassen sich ältere Fenster kostengünstig nachrüsten. Bei Sonnenschutzverglasungen dagegen sind die relevanten Beschichtungen auf der Innenseite des äusseren Glases aufgedampft und dadurch besser geschützt.


Minergie als Qualitätsgarant

Um die Qualität und Effizienz von Sonnenschutz-Systemen besser auszuweisen, lassen sich diese nun nach Minergie zertifizieren. Laut Heinrich Huber von der Minergie Agentur Bau ist damit eine technisch und planerisch optimale Lösung garantiert, weil das System als Ganzes – also Storen, Rollläden und Steuerung sowie deren Montage – zertifiziert ist.

Bauherrschaften, Architekten und Planer bekommen dadurch eine klare Orientierungshilfe und einen Garanten für Sicherheit, Komfort und optimalen Sonnen- und Blendschutz. Für den Sonnenschutz in Wohnbauten und Nicht-Wohnbauten bestehen unterschiedliche Anforderungen, bedingt durch die meist unterschiedlichen Fenstergrössen und unterschiedlichen Anforderungen an den Blendschutz.

Es existieren deshalb zwei verschiedene Modul-Typen: das Minergie-Modul Sonnenschutz Home für Wohnbauten und das Minergie-Modul Sonnenschutz Business für Nicht-Wohnbauten. Die Minergie-Zertifikate für Sonnenschutz-Systeme erfüllen strenge Anforderungen und unterliegen regelmässiger Prüfung durch den Verein Minergie. Bauherrschaften können sich so auf die hoch stehende Qualität verlassen.

Quelle: www.shev.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Innentüren

20. Februar 2010

Türen schaffen Intimsphäre und machen gleichzeitig neugierig auf das, was sich hinter ihnen abspielt. Nicht zuletzt eignen sie sich für viele temperamentvolle Menschen geradezu fantastisch, um Aggressionen loszuwerden, weshalb sie im Idealfall neben Schalldämmung, Wärmeisolation und Feuerschutz auch ein hoher Grad an Stabilität aufweisen.
Auch wenn den Türen im Gegensatz zu anderen Gestaltungselementen wie Möbeln und Leuchten oftmals keine allzu grosse Beachtung geschenkt wird, tragen sie zur Gesamtwirkung eines Raumes viel bei. Je nach Bedürfnis lässt sich eine Innentür beispielsweise unauffällig in die Wand integrieren oder aber bewusst als markanter Blickfang setzen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Wahl möglichst gut auf die Ausgestaltung der jeweils angrenzenden Zimmer abstimmen.

Schieben, stossen oder drehen: die Öffnungsarten
Innentüren unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Designs, sondern weisen auch verschiedene Öffnungsarten auf. Als Klassiker kann die Drehflügeltür bezeichnet werden, bei welcher eines oder mehrere Türblätter einseitig an Scharnieren am Türrahmen – der sogenannten Zarge – festgemacht sind. Eine davon leicht abweichende Variante stellt die Pendeltür dar, die im Unterschied zur Flügeltür in beide Richtungen geöffnet werden kann.
Mit geeigneten Gleitvorrichtungen kann an Stelle einer Flügel- oder Pendeltür eine ein- oder zweiflüglige Schiebetür treten. Die Schiene, entlang welcher man die Türe öffnet oder schliesst, wird entweder vor der Wand montiert – in diesem Fall sollte neben der Tür genügend freier Platz vorgesehen werden – oder verläuft als platzsparende Variante im Wandinnern. In dieser Ausführung lassen sich die Türblätter in geöffnetem Zustand vollständig zum Verschwinden bringen und ermöglichen so fliessende Zimmerübergänge. Auch Drehtüren sind in ein- oder mehrflügliger Ausführung erhältlich. In Privathäusern finden sie bis anhin allerdings selten Verwendung – wohl nicht zuletzt weil sie relativ viel Platz in Anspruch nehmen. Grosszügig angelegten Räumen kann eine deckenhohe Drehkonstruktion jedoch eine spannende Dynamik verleihen.

Den Gegenpol zu den raumeinnehmenden Drehtüren bilden Falt- oder Harmonikatüren, die durch Scharnierbänder oder flexible Streifen in mehrere Abschnitte gegliedert sind und sich so zu einem kompakten Paket zusammenfalten lassen. Verläuft die Gleitschiene entlang der Decke und besteht gleichzeitig ein durchgehender Bodenbelag, erzeugt die geöffnete Falttür ähnlich wie die Schiebetür ein grosszügiges Raumgefühl, ohne dabei gleichviel Platz für die Verstauung der Türblätter zu benötigen.

Die Konstruktion der Türblätter
Neben den verschiedenen Öffnungsmodi gibt es aber auch Differenzen in der Konstruktion der Türblätter. Genauso relevant wie die Oberfläche einer Tür für die ästhetische Wirkung ist ihr Innenleben für Stabilität, Schalldämmung und Feuerfestigkeit. Es wird zwischen Rahmentüren – eine Rahmenkonstruktion gefüllt mit Holz, Glas oder anderen Materialien – und glatten Türen, die aus grossfomatigen Platten und Hohlraumfüllungen bestehen, unterschieden.
Bei letzteren können je nach Füllung unterschiedlich schall- und rauchdichte Türblätter entstehen, die auch in Gewicht und Preisklasse variieren. Eine kostengünstige, leichte Tür erhalten Sie beispielsweise, wenn die Hohlraumfüllung eine Wabeneinlage aufweist, die beidseitig mit dünnen Furnier- oder Hartfasernplatten überdeckt wird. Allerdings lassen sich intensive Lärmkulissen mit Wabenfüllungen nur beschränkt dämmen und auch die Bruchfestigkeit der Türflügel lässt – je nach Beanspruchung – zu wünschen übrig: Beim Verlassen des Raumes nach hitzigen Wortgefechten ist hier also Vorsicht geboten!

Stabilere Varianten hinsichtlich der mechanischen Belastbarkeit und erhöhte Schalldämmwerte erreicht man mit Röhrenspantüren, die an Stelle der Wabenfüllung eine röhrenartig ausgehöhlte Spanplatte aufweisen – oder aber mit durchgehenden Span- oder Mineralfasernplatten. Hier besteht zudem kaum mehr die Gefahr, dass sich die Füllung verzieht oder plötzlich zu schwinden beginnt.

Bei den Rahmentüren kann zwischen Massivholztür, stabverleimter Rahmentür und schichtverleimter Rahmentür unterschieden werden. Während bei der verhältnismässig günstigen Variante aus unverleimtem Massivholz mit der Zeit manchmal Risse auftreten, weisen stabverleimte und in noch höherem Masse schichtverleimte Rahmentüren eine grosse Stabilität auf. Letztere überzeugen ausserdem mit sehr guten Schalldämmwerten.
Werden an Türblätter speziell hohe Anforderungen gestellt, zum Beispiel bei klimatischen Differenzen zwischen nebeneinander liegenden Räumen, empfehlen sich spezielle, mehrschichtige Türkonstruktionen, die gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse eingehen.

Materialien
Die Palette an möglichen Materialien, aus denen Innentüren gefertigt sind, erlaubt eine individuelle Abstimmung auf persönliche Bedürfnisse – nicht nur auf funktionaler, sondern auch auf ästhetischer Ebene. Bei traditionellen Türausführungen aus Massiv- oder Furnierholz kann insbesondere die Art der Oberflächenbehandlung die optische Wirkung beeinflussen und dem Raum einen speziellen Touch verleihen. Bevorzugen Sie eine offenporige oder eine geschlossene Oberfläche? Soll das Türblatt pigmentiert, gelaugt, gewachst oder lackiert sein?
Stahl und Aluminiumtüren können – eventuell mit Glasfenstern ausgestattet – eine klarlinig-moderne Optik unterstützen und werden zudem hohen Anforderungen an Feuerschutz, Schalldämmung und Stabilität gerecht. Kunststofftüren überzeugen unter anderem mit einem breiten Farbenspektrum und hoher Pflegeleichtigkeit, während Glastüren – in Kombination mit Holz, Metall, Kunststoff oder aber als Ganzglasanfertigung – diskret eine in sich abgeschlossene Raumeinheit markieren, gleichzeitig aber auch den Kontakt zur «Aussenwelt» herstellen und interessante Lichtspiele erzeugen. Der Grad der Transparenz wird dabei weitgehend von der Struktur des Glases bestimmt und lässt sich mit Ihren individuellen Wünschen in Einklang bringen.

Quelle www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Traumhäuser zum Anfassen an der Home Expo Suhr

26. Januar 2010

Die Fertigbau-Branche boomt. Zwar hält Deutschland in Europa nach wie vor die Spitzenposition, aber auch hierzulande ist der Markt stetig im Wachstum begriffen. Seit den 90er Jahren ist der Anteil an Fertighäusern in der Schweiz von 5 auf derzeit rund 20 Prozent gestiegen. Und dieser Trend soll weiter anhalten, sind sich Branchenkenner einig. Mit der Home Expo entsteht nun in Suhr im Kanton Aargau die erste Schweizer Musterhausausstellung. Realisiert wird das Projekt von der Firma Home Expo Suhr GmbH. In direkter Nachbarschaft zum Möbelhaus Pfister sowie einem Bau- und Gartencenters wird das Projekt zur landesweit ersten Adresse für Bauen, Wohnen und Einrichten. Die Home Expo Suhr GmbH ist ein Tochterunternehmen der Ausstellungsgesellschaft Eigenheim & Garten mit Sitz in Fellbach bei Stuttgart. Diese hat vor 35 Jahren Deutschlands erste Dauer-Messe für zeitgenössisches Bauen und Wohnen eröffnet und darf sich mittlerweile als Marktleader für Musterhausausstellungen betiteln.

Fokussierung auf Holz

Auch die 18 derzeitigen Aussteller stammen vorwiegend aus unserem nördlichen Nachbarland. Eine Besonderheit der Home Expo ist es, dass ausschliesslich Häuser in Holzbauweise ausgestellt werden. Der Werkstoff hat in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen, die hohe Energieeffizienz des Holzbaus wird gar als einer der Hauptgründe für den Zuwachs an Schweizer Bauherren angesehen. Dabei sind es sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe, die für den Bau eines Holzhauses sprechen. Mit dieser Ausrichtung beschreitet die Home Expo Suhr den Weg eines zukunftsgerichteten und energiesparenden Bauens. Wer mehr über das Thema wissen möchte, kann sich direkt vor Ort schlau machen: Zahlreiche namhafte Schweizer Unternehmen aus dem Bau- und Baunebengewerbe präsentieren in stimmungsvoller Atmosphäre ihre Produkte und bieten im Infocenter Dienstleistungen und umfassende Informationen an. So erfahren angehende Bauherren alles Wissenswerte über ökologisches Bauen, Hausplanung, Architektur, Finanzierung, Einrichtung und Energie sparen.

Entspannende Atmosphäre

Wem anschliessend nach etwas Entspannung zumute ist, kann sich in den Lesebereich oder die Terrasse des Infocenters zurückziehen und bei Kaffee und Snacks in Ruhe über das Gesehene reflektieren. Wer sich weiter inspirieren lassen möchte, dem stehen die ausliegenden Zeitschriften mit zahlreichen Anregungen und Ideen zur Verfügung. Und auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz: Ein Spielplatz im Aussenbereich lässt Kinderherzen höher schlagen.
Das Einzugsgebiet der Dauer-Ausstellung Home Expo umfasst die ganze Deutschschweiz. Das rund 7300 Quadratmeter grosse Ausstellungsgelände befindet sich an gut positionierter Lage auf dem Möbel Pfister-Areal. Der Standort Suhr verfügt über eine hervorragende Infrastruktur im sogenannten Schweizer Mittelland und ist sowohl mit dem PKW als auch mit der Bahn bequem zu erreichen. Jeweils lediglich 30 bis 45 Auto-Minuten entfernt befinden sich die Grosszentren Basel, Bern, Luzern und Zürich. Am Donnerstag, dem 25. Oktober 2007, öffnet die Home Expo in Suhr ihre Türen. Von 10.00 bis 18.00 sind alle herzlich eingeladen, sich ein erstes Mal auf der Ausstellung mit Messecharakter umzusehen. Begleitet wird der Eröffnungstag mit einem bunten Unterhaltungsprogramm. Der Eintritt ist frei. Wer sich im Vornherein informieren möchte, findet auf www.homeexpo.ch alles Wissenswerte.

Quelle www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Keller ja oder nein?

25. Januar 2010

Weit über 90 Prozent der Häuser in der Schweiz verfügen über einen Keller. Dennoch fragen sich viele Bauherren, besonders beim Erstellen eines Fertighauses, ob eine Unterkellerung tatsächlich notwendig ist. Den Ausschlag für diese Überlegung gibt die Kosteneinsparung, welche der Verzicht auf zusätzliche Räume im Untergeschoss mit sich bringt.

Es geht auch «ohne»
Tatsächlich ist es legitim zu überlegen, ob die eigenen Ansprüche und Wünsche an das Eigenheim auch ohne Keller sinnvoll umsetzbar sind. In Deutschland brach im letzten Jahr rund ein Drittel der Eigenheimbauer mit der alten Wohntradition und stellte sein Haus direkt auf eine ebenerdige Bodenplatte. Der Fortschritt macht es möglich, dass Bevorratung und technische Installationen heute problemlos in kleinen Hauswirtschaftsräumen Platz finden. Gasheizungen kommen mit kleinsten Abmessungen daher, vielerorts ersetzt eine in der Küche integrierte Kühltruhe den Vorratskeller. Unbenutztes Inventar und Sperrgut können bei Bedarf auch unter dem Dach verstaut werden. Und technisch treten heute hinsichtlich der erforderlichen Fussbodendämmung kaum mehr Probleme auf.

Eine Frage des Wertes
Auf der anderen Seite muss man sich bewusst sein, dass ein Keller den Wert einer Immobilie erheblich steigert. So gesehen, kann der Verzicht auf einen Keller eine deutliche Vermögenseinbusse bedeuten. Auch der Weiterverkauf von kellerlosen Einfamilienhäusern gestaltet sich in der Regel schwieriger als bei unterkellerten Objekten.
Nicht unterschätzt werden sollten überdies die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die ein Keller bietet. Neben den Hausanschlüssen und der gesamten technischen Anlage kann die Waschküche so untergebracht werden, dass die eigentliche Wohnfläche nicht davon betroffen ist. Daneben bleibt noch genügend Platz für ein Büro, einen Hobbyraum oder eine Sauna. Zudem bietet ein Keller die einzigartige Möglichkeit, günstig zu mehr Wohnraum zu gelangen. Das Kellergeschoss muss natürlich nicht zwangsweise schon beim Einzug fertig sein, sondern kann später Schritt für Schritt nach den individuellen Bedürfnissen des Hauseigentümers nachgerüstet werden.

Richtig unterkellern

Wieviel der Bau eines Kellers tatsächlich kostet, hängt in erster Linie von der Beschaffenheit des Bodens ab: Ein hoher Grundwasserstand oder ein sehr felsiger Untergrund machen den Kellerbau anspruchsvoller und somit natürlich kostenintensiver. Sparen beim Kellerbau lohnt sich nicht: denn damit der Keller wirklich seinen Zweck erfüllt, muss er sorgfältig geplant und gebaut werden. Eine hochwertige Kellernutzung erfordert Schutz gegen Feuchtigkeit, eine gute Wärmedämmung sowie eine ausreichende Belichtung und Belüftung.
Die Frage nach der Notwendigkeit des Kellers ist also durchaus berechtigt und nicht immer leicht zu beantworten. Schliesslich bleibt es an der Bauherrenfamilie zu entscheiden, ob ein Haus mit oder ohne Keller ihren individuellen Bedürfnissen näher kommt. Fachberater und Architekten können Sie in dieser Angelegenheit beraten.

Quelle www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling