Archiv für die ‘Baukonstruktionen’ Kategorie

Systemhaus – Von der Idee zur Realisierung

26. November 2009

Stichwort Systemhaus:
- Ein Systemhaus basiert auf einem Musterhaus
- Ein Systemhaus wird direkt vor Ort erstellt
- Ein Systemhaus vereint die Vorteile von Fertig- und Architektenhäusern
- Systemhäuser werden auch im Minergie-P-Standard angeboten

Was charakterisiert ein Systemhaus?

Ein Systemhaus ist ein bereits bestehender und ausgefeilter Prototyp, welcher neuen Anforderungen und Bauaufgaben individuell angepasst werden kann. Wer ein Systemhaus kauft, profitiert dank typisierten Hausformen und Grundrissen von günstigeren Preisen und von grosser Erfahrung im Hausbau. Zusätzlich bietet ein Systemhaus die Möglichkeit, sich von unterschiedlichen Bauvarianten ein und desselben Musterhauses inspirieren zu lassen – für den ganz individuellen Hausbau. Wie Fertighäuser basieren Systemhäuser auf einem Musterhaus und wie Architektenhäuser lassen sie beim Hausbau individuelle Anpassungen zu. Anders als ein Fertighaus, welches industriell vorgefertigt wird und in Teilen auf die Baustelle geliefert und dort montiert wird, wird ein Systemhaus direkt vor Ort erstellt. Mit der verkürzten Bauzeit, den kalkulierbaren Kosten, der termingerechten Ausführung, der klaren Vereinbarung über Leistungen und Verantwortlichkeiten und den vielfältigen Möglichkeiten für die individuelle Umsetzung vereint ein Systemhaus die Vorteile von Fertighäusern und Architektenhäusern.

Ist ein Systemhaus wie das andere?
Die Zeiten, als man einem Haus direkt ansehen konnte, dass es in Systembauweise erstellt wurde, sind vorbei. Ein Systemhaus ist kein «Haus von der Stange», sondern ein individueller Ausdruck für die Vorlieben der jeweiligen Bauherrschaft. Eine ungeheure Vielfalt kennzeichnet die heutige System- und Fertighausbranche. Wie bei einem Architektenhaus fallen beim Systemhauskauf eine Menge Entscheidungen an und man muss sich klar sein über den bevorzugten Haustyp, die Materialien sowie die geeignete Bauweise. Da Anbieter von Systemhäusern oft Totalunternehmer sind, erhalten die Kunden beim Kauf eines Hauses alle, für die Entscheidung relevanten, Informationen aus einer Hand. Zusätzliche Unterstützung finden die zukünftigen Eigenheimbesitzer in Musterhaus-Ausstellungen: Auch wenn selten ein Systemhaus wie das andere ist, bieten Musterhäuser in ganzjährigen Ausstellungen der Bauherrschaft die Möglichkeit, sich bezüglich Architektur, Raumaufteilung und sogar Möblierung ihres individuellen Systemhauses inspirieren lassen.

Welches sind die Trends bei Systemhäusern?
Ökologische und energiesparende Bauweisen stehen in Zeiten von steigenden Ölpreisen und Klimadebatten beim Hausbau immer mehr im Vordergrund. Diesen Trend greifen auch die Anbieter von System- und Fertighäusern auf. Die ursprünglich vor allem beim Fertighaus eingesetzte Leichtbauweise aus Holz wird immer häufiger mit der Massivbauweise kombiniert, um eine optimale Wärmedämmung, ein ausgewogenes Raumklima und damit einen geringen Energieverbrauch auch beim Systemhaus zu erreichen. Es ist nicht mehr nötig, beim Hauskauf teure Architektenlösungen zu berücksichtigen, wenn man ein ökologisches Haus bauen möchte: Immer häufiger werden Systemhäuser im Minergie- und sogar im Minergie-P-Standard angeboten. Neben dieser Entwicklung in Richtung Niedrigenergie- und Passivhaus, bietet ein Systemhaus vermehrt Möglichkeiten für Individualisierung und Vielfalt im Hausbau, und die Grenzen zwischen einem Fertighaus, einem Typenhaus, einem Systemhaus und einem Architektenhaus werden so immer fliessender.

Quelle www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Erdbebensicheres Bauen

24. November 2009

Architekturpreis
Die Stiftung für Baudynamik und Erdbebeningenieurwesen vergibt den Architektur- und Ingenieurpreis erdbebensicheres Bauen 2010. Ausgezeichnet werden zwei architektonisch überzeugende und gemäss den SIA-Tragwerksnormen erdbebensicher gestaltete Gebäude. Zugelassen sind neue, ertüchtigte und aufgestockte Gebäude, die zwischen 2005 und 2009 fertig gestellt wurden. Mit dem Preis unterstützt die Stiftung die Bestrebungen der Schweizer Gesellschaft für Erdbebeningenieurwesen und Baudynamik SGEB und des SIA für eine frühzeitige Zusammenarbeit von Architekt und Ingenieur im Entwurfsprozess.Die Beurteilungskriterien sind vor allem der erdbebengerechte konzeptionelle Entwurf des Tragwerks und die ästhetisch und funktionell überzeugende

Architektur
Erdbebenbedingte Elemente des Tragwerks und allfällige auf die Verformungseigenschaften des Tragwerks abgestimmte nichttragende Bauteile wie Fassaden, Zwischenwände und Installationen werden miteinbezogen. Die ausgezeichneten Gebäude werden mit einer Tafel versehen und die beteiligten Architekten und Ingenieure durch eine Urkunde und ein Preisgeld von insgesamt 30?000 Franken geehrt. Eingabeschluss ist der 31. Januar 2010. Weitere Informationen und die Eingabeunterlagen stehen auf der Website bereit. www.baudyn.ch

Rechts- und Haftungsfragen

Zur Erdbebensicherheit von Gebäuden treten immer mehr rechtliche Fragen auf: Welches sind bei neuen Bauten die Pflichten und Rechte der Planer und Bauherren? Müssen möglicherweise gefährliche Altbauten untersucht und allenfalls ertüchtigt werden? Wie schützen sich Architekten, Ingenieure und Unternehmer vor möglichen Haftungsfolgen, wenn der Hauseigentümer keine Erdbebenertüchtigung will? Was für Massnahmen könnten die Politiker und insbesondere die Kantone treffen, damit die SIA-Normen auch bei privaten Bauten durchgesetzt werden? Zu diesen und weiteren Fragen liefert die Dokumentation D 0227 Empfehlungen.

Quelle www.sia.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Kaltluftabfall bei Raumhohen Fenstern

17. November 2009

Das Problem ist allgemein bekannt!

Raumhohe Fenster im Wohnbereich bedeuten, ohne besondere Massnahmen, meist kalte Füsse.

Fenster und Aussentüren vom Boden bis oder nahezu bis an die Decke bringen für den Heizungsplaner meist das Problem – wie kann ich Architekt und Bauherr davon überzeugen das dies ein Problem für die Heizung darstellt.

Bei den heute üblichen Fensterqualitäten (U-Wert 1.0 oder höher) ist der Kaltluftstrom – vom Fenster abwärts – bei tiefen Aussentemperaturen nicht zu verhindern. Die Oberflächentemperaturen bei Bodenheizungen ist zu tief um die Luftströmung umzudrehen und Heizkörper, ausser im Boden versenkte und meist nicht gewünschte Konvektoren,  sind nur neben den Aussentüren/Fenstern möglich.

Mit dem Tool „Kaltluftabfall bei Fenstern berechnen“ ist es mit wenig Aufwand möglich das Problem rechnerisch und grafisch darzustellen.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Hagelschadenregister Schäden vorbeugen

14. November 2009

Die Kantonalen Gebäudeversicherungen setzen an der Messe Geoprotecta vom 13. bis 15. November 2008 das Thema Hagel ins Zentrum ihres Standauftritts.

Gemessen an den Kosten verursachte Hagel 2007 neben Wind und Wasser in der Schweiz den grössten Schadenanteil. Im vergangenen Jahr zahlten die Kantonalen Gebäudeversicherungen schweizweit über 80 Millionen Schweizer Franken für Hagelschäden an ihre Versicherungsnehmer.

Als Antwort auf die Zunahme durch Hagel verursachter Schäden erstellt die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen ein für jedermann zugängliches online-Hagelschutzregister, das Baumaterialien aufgrund ihrer
Hagelwiderstandsfähigkeit klassiert.

Hagel verletzt nicht nur Agrarkulturen. In den vergangenen Jahren musste ein markanter Anstieg von Hagelschäden an Gebäuden festgestellt werden. Umso wichtiger wird es, bei Neu- und Umbauten, aber auch bei Renovationen, hagelresistentes Gebäudematerial einzusetzen. Damit die Fachleute sich im breiten Materialangebot für die Gebäudehüllen zurecht finden, entwickeln die Kantonalen Gebäudeversicherungen ein Register zur Klassifizierung. Verschiedene Materialkategorien wie z.B. Aluminium, Holz oder Kunststoffe, werden durch die EMPA auf ihre Hagelresistenz geprüft und je nach Ergebnis einer der fünf Hagelwiderstandsklassen zugeordnet.

Baumaterialien verhalten sich bei einem Hagelunwetter unterschiedlich. Nicht hochgezogene Lamellenstoren werden schon bei geringen Hagelkorngrössen beschädigt, während ein Dach aus dicken Faserzementplatten auch noch sehr grossem Hagel standhält. Andererseits hängt die Widerstandsfähigkeit eines Bauteiles auch von dessen Verarbeitung ab und unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Bei Kunststoffen ist zusätzlich zu beachten, dass der Hagelwiderstand mit zunehmender Alterung abnimmt. Das anlässlich der Geoprotecta erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Hagelschutzregister schafft eine bessere Transparenz, was den Hagelwiderstand von Bauteilen der Gebäudehüllen betrifft.

Es liegt sowohl im Interesse des Hauseigentümers als auch des Architekten, ein widerstandsfähiges, beständiges Material zu wählen.

Publiziert von: Othmar Helbling

 

ABC des Fensterglases

11. Oktober 2009

Sie lassen Licht, Luft und Sonnenwärme ins Haus, schützen aber auch vor Witterung und Lärm. Das Glasmaterial ist dabei sehr entscheidend und je nach Ansprüchen gibt es unzählige Möglichkeiten der Verglasung. Im Folgenden sind die wichtigsten Materialien aufgeführt, je nach Hersteller sind auf Wunsch auch noch weitere Spezialgläser erhältlich.

Isolierverglasung allgemein
Ein Isolierglas ist ein Glaselement, das aus zwei oder mehreren Scheiben besteht. Die Scheiben können dabei sehr verschiedenartig bearbeitet werden, beispielsweise gebogen, metallbedampft, eingefärbt oder strukturiert. Aufgrund der Kombination der Glaselemente und den verschiedenen Beschichtungsmöglichkeiten lassen sich mehrere Glastypen unterscheiden. Der Scheibenabstand zwischen den Gläsern spielt zudem aber auch eine entscheidende Rolle. Der Aussenlärmpegel lässt sich, beispielsweise durch die Vergrösserung der Abstände, auf einen angenehmen Innenlärmpegel reduzieren. Wärme- und Einbruchschutz sind auch mitunter durch die Grösse der Scheibenzwischenräume gewährleistet, die Abstände bewegen sich dabei meist zwischen 6 bis 20 mm.
Durch die Doppelverglasung kann sich der Hausbewohner in Fensternähe behaglicher fühlen. Sie verhindert zusätzlich eine Kondensatbildung auf der Glasoberfläche und erlaubt es somit, Fensterbereiche besser zu nutzen. Doppelverglasung schützt die Umwelt durch einen geringeren Energieverbrauch, was nicht zuletzt eine Verringerung der CO2-Emission bedeutet und so den Kampf gegen den Treibhauseffekt unterstützt.

Wärmeschutzglas
Der Wärmeschutz bei Isolierglas wird hauptsächlich durch die Scheibenabstände erreicht, hauptsächlich durch eine Vergrösserung der Scheibenzwischenräume. Wahlweise füllen auch gewisse Glashersteller die Zwischenräume mit Gas. Um die Wärme zu speichern und Energie zu sparen, wird eine Glastafel durch ein Glas ersetzt, das mit einer Silberbeschichtung versehen ist. Dadurch ist es möglich, die langwelligen Wärmestrahlen zurückzuhalten und eine Reduktion des Wärmeverlustes von bis zu 50 Prozent zu erreichen. Trotz der Beschichtung gewähren die Gläser jedoch eine sehr hohe Lichtdurchlässigkeit.

Schallschutzglas
Lärmbelastungen sind unerträglich und oft sogar Grund genug, umzuziehen oder das Haus zu verkaufen. Die Glasindustrie hat zum Glück sofort reagiert und bietet Schallschutzgläser an, die vor Lärmeinwirkungen schützen. Die Gläser haben einen optimierten Scheibenzwischenraum und sind mit einem Spezialgas befüllt. Zudem wird im Aussenbereich eine dickere Scheibe als im Innenbereich eingesetzt. Die Hersteller bieten verschiedene Schallschutz-Produkte an, dabei bewegen sich die verschiedenen Arten von Standards zwischen 30 und 44 dB. Dezibel (db) ist ein Schalldämmmass, das die Dämpfung vom Fensterglas beschreibt. Eine Erhöhung des Schallpegels um 10 dB würde eine Verdoppelung des empfundenen Lärms bedeuten. Für Schlafräume sind 30 dB, für Wohnräume sind 40 dB empfehlenswert, denn ab 60 dB wird die Lautstärke als sehr unangenehm empfunden.
Die heutigen modernen Glastypen verfügen zusätzlich über einen verbesserten Wärmeschutz und niedrige U-Werte. U-Wert ist eine Masseinheit für den Wärmestromdurchgang, er gibt die Energiemenge an, die in einer Sekunde durch eine Fläche von 1 m2 fliesst.

Sonnenschutzglas
Das Sonnenschutzglas bietet viele Vorteile. Einerseits kann es sehr viel zur äusseren Attraktivität des Gebäudes beitragen, andererseits kann das Sonnenschutzglas ein Aufheizen durch Sonneneinstrahlung im Sommer verhindern. Somit wird eine Reduktion der Betriebskosten erreicht, denn im Sommer verringern sich die Kosten für die Klimaanlage und im Winter die Heizkosten. Damit noch nicht genug. Diese Einsparungen tragen gleichzeitig zum Umweltschutz bei. Es gibt eine sehr vielfältige Palette an Sonnenschutzgläsern, die verschiedene Leistungen und ästhetische Möglichkeiten eröffnen.

Sicherheitsglas
Ein Sicherheitsglas definiert sich dadurch, dass es beim Zerbrechen nicht in grosse, scharfe Splitter zerfällt und so die Verletzungsgefahr mindert. Man unterscheidet hier zwischen zwei Arten von Sicherheitsglas, einerseits das Einscheibensicherheitsglas und andererseits das Verbundsicherheitsglas, die durch verschiedene Prozesse der Glasveredelung produziert werden. Erstere zerfällt nur in viele kleine, stumpfe Teile und bietet eine Beständigkeit gegen Temperaturwechsel sowie eine hohe Schlag- und Stossfestigkeit. Der Gebrauch ist vielfältig. Es wird für Heck- und Seitenscheiben von Fahrzeugen, Glasduschen, Innentüren und Glaswänden eingesetzt.
Beim Verbundssicherheitsglas sind mehrere Glasscheiben mit Plastikfolie miteinander verklebt. In zahlreichen Einbausituationen ist Verbundsicherheitsglas sogar vorgeschrieben, beispielsweise in Überkopf-Bereiche, zum Zweck der Absturzsicherung sowie in Kindergärten und Schulen.

Quelle www.traumhaus.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Beim Isolieren das Raumklima nicht vergessen

27. Juni 2009

Man kennt die Entscheidung vom Kleiderkauf: In ihrer Grundfunktion dient Bekleidung dem Wetterschutz, doch neben ästhetischen und finanziellen Aspekten zählen auch Qualität, Wärme und Komfort des Materials. Ähnliches gilt für die äussere Hülle eines Gebäudes. Wurde diese früher als massives Mauerwerk oder strohgedämmte Holzkonstruktion ausgebildet, kamen bereits in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusätzliche Dämmstoffe aus Holzwolle, Kork und mineralischen Fasern auf den Markt. Im Vordergrund standen die Gewährleistung hygienischer Wohnbedingungen und die Vermeidung von Bauschäden. In den letzten 30 Jahren gewann die Einsparung von Heizenergie immer mehr an Bedeutung. Mit zunehmenden Dämmstärken verschärfte sich die Diskussion um die Wahl des «richtigen» Dämmstoffs.

Künstliche Materialien sind billiger
Obwohl heute bereits eine grosse Auswahl an Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen erhältlich ist, werden weit über 90 Prozent der Dämmungen mit Hartschaumstoffen und Mineralfaserdämmstoffen ausgeführt. Dies liege an den nach wie vor deutlichen Preisunterschieden, erklärt Severin Lenel von der Zertifizierungsstelle Minergie-Eco, die den Einsatz ökologischer Baustoffe fördert. Obwohl künstliche Dämmstoffe im Herstellungsprozess mehr Energie verbrauchen und ihre Rohstoffe begrenzt sind, kosten sie in der Regel weniger als Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.

Das 2005 vom Bundesamt für Energie publizierte Forschungsprogramm «Rationelle Energienutzung in Gebäuden» zeigt die Preisunterschiede auf. Danach ist Steinwolle bereits ab 122 Franken pro Kubikmeter erhältlich, EPS-Hartschaumstoff ab 206 Franken, während Holzweichfaserplatten auf rund 335 Franken kommen und Kork sogar bis zu 460 Franken kostet. Aufgrund dieser Kostendifferenz sei es aus ökonomischer und energietechnischer Sicht oft sinnvoller, eine günstigere Dämmung zu wählen und diese stärker auszubilden, so Lenel. Aus ökologischer Sicht haben Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen den Vorteil, dass sie Ressourcen sparen und sich gut rezyklieren lassen. Zudem sind sie meist Diffusions-offen und können anfallende Feuchtigkeit ausgleichen. Den Hauptteil der verwendeten Stoffe bilden Holz- und Recyclingprodukte wie Zellulosefasern. Diese werden aus Altpapier hergestellt und sind in Plattenform wie auch in Schüttungen erhältlich. Lose Flocken ermöglichen einfaches Recycling durch Absaugen.

Dämmplatten aus Holzfasern zeichnen sich durch ihre gute Wärmekapazität aus, die gegenüber Mineral-, Steinwoll-, oder Styropor-Dämmungen fast doppelt so hoch ist. Schafwolle verfügt über interessante hygroskopische Eigenschaften, da sie bis zu 33 Masseprozent Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne an Dämmfähigkeit zu verlieren. Aufgrund ihrer eingeschränkten Verfügbarkeit wird Schafwolle jedoch hauptsächlich regional verwendet. Auch bei Kork ist die Verfügbarkeit durch den Anbau von Korkeichen limitiert; zudem sind wie im Fall von Baumwolle die weiten Transportwege relativ teuer. Als Alternative bietet sich die Verwendung heimischer Pflanzen wie Flachs oder Stroh an.

Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit weisen Baubiologen heute auf den Zusammenhang von Dämmstoffen und Raumklima hin. Dabei sei die Diffusionsfähigkeit eines Dämmstoffes ausschlaggebend, erklärt Bela Berke von der Schweizerischen Interessengemeinschaft Baubiologie. Gestaute Feuchtigkeit im Innenraum kann zu sogenanntem Barackenklima oder zur Schimmelpilzbildung führen. Berke betont, dass neben der Wahl des Dämmstoffes auch die Abstimmung mit den angrenzenden Baustoffen sehr wichtig ist. So nützt beispielsweise eine Diffusions-offene Dämmung nur wenig, wenn man einen kunststoffvergüteten Putz oder Anstrich verwendet. Besondere Anforderungen bestehen bei der Sanierung von Altbauten oder denkmalgeschützten Gebäuden. Gerade in diesen Fällen ist auf Diffusions- offene Dämmung zu achten, um das bauphysikalische Gleichgewicht nicht zu beeinträchtigen. Ist die äussere Erscheinung eines verputzten Gebäudes denkmalgeschützt, greift man in gewissen Fällen zur Innendämmung. Diese bedingt jedoch eine sorgfältige Planung, da Wärmebrücken in Form von Trennwänden oder Holzbalkenköpfen kaum zu vermeiden sind und der im Mauerquerschnitt nach innen verschobene Taupunkt zu einer erhöhten Feuchtigkeit führen kann.

Speziallösungen
Ist die äussere Erscheinung eines Gebäudes mit hinterlüfteter Fassade schützenswert, kann – wie bei der gegenwärtigen Sanierung des Zürcher Schulhauses Riedenhalden aus den fünfziger Jahren – der Einsatz einer Vakuumdämmung sinnvoll sein. Aufgrund ihres komprimierten Aufbaus mit verschweissten Vakuumkammern kommt die Vakuumdämmung mit einem Viertel der normalen Dämmstärke aus. Eine andere Speziallösung stellt die transparente Wärmedämmung dar, die bei opaken Aussenwänden eingesetzt wird, oder die schaltbare Wärmedämmung, deren Elemente sich je nach Bedarf umschalten lassen und zwischen Solarkollektor und hochdämmendem Wärmeschutz variieren.

Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen gibt es keinen idealen Universal-Dämmstoff. Je nach Einsatzort sind andere Eigenschaften gefordert. Im Keller- oder Flachdachbereich ist die Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit zentral, im Wohnbereich gelten andere Prioritäten wie das Raumklima. Da man bei Dämmstoffen in der Regel mit einer durchschnittlichen Lebenszeit von 30 Jahren rechnet, lohnt sich eine sorgfältige Abwägung der ökonomischen, ökologischen und baubiologischen Aspekte.

Quelle NZZ online

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Materialarchiv Baumaterialien online

22. April 2009

MATERIAL ARCHIV bietet mit mehreren Materialsammlungen und einer Online-Datenbank einen breiten und fundierten Zugang zu Materialwissen und Werkstoffen. Gestalterische Berufsgruppen wie Architektinnen, Designer und Kunstschaffende sowie Schüler und Auszubildende können hier kostenlos eine Fülle von Informationen zu traditionellen und neuartigen Materialien finden.

MATERIAL ARCHIV ist ein Netzwerk von verschiedenen Institutionen aus dem Bereich Gestaltung und Kunst und wird in den nächsten Jahren kontinuierlich erweitert und ausgebaut.

Aktuell werden die Materialgruppen Metall, Massivhölzer und Keramik bearbeitet. Diese Datensätze werden während den nächsten zwei Monaten fortlaufend aufgeschaltet. Bei den anderen Materialgruppen werden ebenfalls kontinuierlich neue Datensätze hinzukommen.

Link zur Webseite www.materialarchiv.ch

Publiziert von: Othmar Helbling

 

Umbauen Sanieren von Dachräumen

13. April 2009

Dachräume sind ein gefragter Wohnraum
Die Zeiten sind vorbei, in denen der Estrich nur als Abstellraum benutzt wurde. Immer mehr werden diese Flächen zum begehrten Wohnraum. Den unter dem Dach lassen sich mit etwas Geschick originelle Wohn- und Schlafzimmer oder Arbeitsplätze gestalten und einrichten.
Ohne zusätzliche Landfläche kann mehr Wohnfläche gewonnen werden. Die vorhandenen Landreserven werden geschont und die bestehenden Bauzonen nach innen verdichtet. Mit den zu-sätzlichen Zimmern und der vergrösserten Wohnfläche steigt der Wert Ihrer Immobilie.

Wie vorgehen bei einem Ausbau?
Auf jeden Fall ist die Machbarkeit vorgängig mit den lokalen Bauvorschriften abzustimmen. Der Zustand der bestehenden Dachkonstruktion ist zu überprüfen, damit die Tragfähigkeit kontrolliert und ein anfälliger Befall durch Holzschädlinge frühzeitig erkannt wird. Leider gibt es auf dem Markt Angebote für die Beseitigung von Holzschädlingen, die nicht seriös sind, siehe Informationen im Textfeld.
Es empfiehlt sich, für die Planung und die Ausführung einen Baufachmann oder einen Architekten beizuziehen. Die notwendigen Arbeiten sollen detailliert geplant und ausgeschrieben werden, damit verlässliche Unternehmerofferten vorliegen, das vorgegebene Budget eingehalten wird und ein Optimum aus dem Dachraum herausgeholt werden kann.

Ist eine energetische Sanierung sinnvoll?
Ungenügend isolierte Dächer werden im Winter schnell sichtbar. Der Schnee bleibt auf schlecht gedämmten Dachflächen nicht gleich lange liegen. Etwa 17% Heizenergie „verschwindet“ über den Estrichboden oder das Dach. Durch eine zusätzliche Wärmedämmung können die Gebäudehülle verbessert und der Energieverbrauch gesenkt werden. Mit dem Anbringen immer grösserer Dämmstärken steigen die Risiken für Bauschäden aus unsachgemässer Ausführung von Wärme-dämmung und Dampfbremsen. Einzelne Leckagen in der Gebäudehülle ergeben eine konzentrierte, punktuelle Feuchtigkeitsbelastung auf die Konstruktionen, die zu einer Schimmelpilzbildung und zur Beschädigung des Gebäudes führen.
Bei der Dimensionierung und der Materialauswahl der Wärmedämmung muss dem sommerlichen Wärmeschutz Rechnung getragen werden, damit die Temperaturen im Sommer auf einem möglichst angenehmen, behaglichen Niveau gehalten werden können.

Baubewilligungen einholen
Der Einbau von Dachfenstern oder die Veränderung von Räumen sind in den meisten Gemeinden bewilligungspflichtig und werden öffentlich ausgeschrieben. Prüfen Sie frühzeitig mit ihrer Gemeinde, ob ein solches Verfahren notwendig ist und Aussicht auf eine Bewilligung Ihres Umbauvorhabens besteht. Es ist ratsam, für die Erstellung der Baugesuchunterlagen einen Baufachmann beizuziehen. Nur wenn diese ordnungsgemäss und korrekt ausgefüllt sind, erhalten Sie in nützlicher Frist eine Baubewilligung und können mit der Ausführungsplanung und der Realisierung beginnen.

Förderbeiträge und Steuerabzüge berücksichtigen
Verpassen Sie nicht, vor Baubeginn abzuklären, ob durch das Anbringen von zusätzlicher Wär-medämmung ein Antrag auf Fördergelder gestellt werden kann. Eine Möglichkeit, die nach Baubeginn oftmals nicht mehr besteht. Eine Übersicht der kantonal unterschiedlichen Förderbeiträge findet sich auf der Webseite des Hausvereins unter Beratung, Ratgeber.
Ein Teil der Baukosten kann von den Steuern abgesetzt werden. Eine Etappierung der Arbeiten auf zwei Kalenderjahre kann aus diesem Grunde Sinn machen.

Ausführung und Bauzeit
Sämtliche Ausführungsdetails und verwendeten Materialien müssen unbedingt von einem Baufachmann geprüft und abgenommen werden. Wurde die Wärmedämmung überall satt eingepasst, die Dampfbremse lückenlos an die Gebäudekonstruktion angeschlossen, damit eine luftdichte Gebäudehülle gewährleistet ist und Bauschäden durch kondensierende Luft verhindert werden können?
Verwenden Sie möglichst schadstoffarme und biologische Werkstoffe, Farben und Materialien. Sie haben einen wesentlichen Einfluss auf das Innenraumklima und die Luftqualität Ihres neuen Wohnraums.

Sind all diese Fragen erst einmal geklärt und kann der Ausbau in Angriff genommen werden, so hat man oft schon innerhalb von wenigen Monaten ein kleines Bijou unter Dach und Fach.

Publiziert von: Othmar Helbling