23. Juni 2009
Im April beurteilten die Projektierungsbüros gemäss der jüngsten Umfrage der KOF der ETH ihre Geschäftslage weniger positiv als zuvor, meldet der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA.
Aber es sind immer noch über 40 Prozent der Umfrageteilnehmer, die sie als gut bezeichnet, lediglich bei knapp 10 Prozent gilt die Geschäftslage als schlecht. Der Auftragsbestand ist im 1. Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal zum zweiten Mal hintereinander gesunken. Davon war insbesondere der Auftragsbestand aus dem Ausland betroffen. Insgesamt gilt der Auftragsbestand immer noch bei 45 Prozent der Umfrageteilnehmer als gross, bei etwas mehr als 10 Prozent als zu niedrig und bei gut 40 Prozent als ausreichend. Dies veranlasste die Unternehmen, die erbrachten Leistungen nochmals auszudehnen, wenn auch in geringerem Ausmass als bisher. Die projektbezogenen Bausummen sind vor allem im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau deutlich gesunken. Im öffentlichen Bau stagnierten sie. Der Anteil der Umbauten an den Bausummen ist in den letzten Monaten angestiegen und signalisiert Zurückhaltung bei Erweitungsinvestitionen.
Für das 2. Quartal 2009 wird per saldo ein weiterer Rückgang des Auftragseingangs befürchtet. Weniger als 10 Prozent der Firmen rechnen noch mit einer Zunahme, fast 20 Prozent erwarten eine niedrigere und drei Viertel eine unveränderte Nachfrage. Die Zahl der Beschäftigten wird nur noch geringfügig vergrössert. Da sich auch die mittelfristigen Aussichten eingetrübt haben – gegen 20 Prozent der Firmen sehen eine Verschlechterung der Geschäftslage – dürften die Honoraransätze vermehrt unter Druck geraten.
Architekturbüros
Das Gesamtresultat des Projektierungssektors wird vor allem durch die negative Entwicklung bei den Architekten geprägt. Diese schätzen ihre Geschäftslage deutlich weniger gut ein als bisher. Der Auftragsbestand ist bei 30 Prozent der Firmen gesunken, bei 55 Prozent unverändert geblieben. Die erbrachten Leistungen verharrten zwar im 1. Quartal 2009 auf dem Vorquartalswert, doch bewirkte der sinkende Auftragsbestand einen Rückgang seiner Reichweite in Monaten. Die Bausumme der im 1. Quartal abgeschlossenen Verträge war in allen Kategorien – Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau – rückläufig. Für das 2. Quartal wird von gut 20 Prozent der Unternehmen ein sinkender, von 70 Prozent ein stagnierender und nur von knapp 10 Prozent ein wachsender Auftragseingang erwartet. Die sich auch mittelfristig verschlechternde Geschäftslage veranlasst die Umfrageteilnehmer, ihren Personalbestand etwas zu reduzieren. Gleichzeitig dürften die Honoraransätze zurückgehen.
Ingenieurbüros
Die Hälfte der Ingenieurbüros ist mit seiner Geschäftslage nach wie vor zufrieden, nur 5 Prozent bezeichnen sie als schlecht. Die positive Einschätzung basiert vor allem auf den Bereichen Bauingenieure und Gebäudetechnik und andere Ingenieurbüros. Kultur- und Vermessungstechnik weist eine merklich weniger gute Geschäftslage auf. Der Auftragsbestand erhöhte sich insgesamt deutlich bescheidener als noch im 1. Halbjahr 2008. Rückläufig war indes der ausländische Auftragsbestand. Die erbrachten Leistungen stiegen im bisherigen Ausmass weiter. Die Bausumme der abgeschlossenen Verträge hat im 1. Quartal 2009 nicht mehr zugenommen. Die Umfrageteilnehmer erwarten, dass in den kommenden drei Monaten der Auftragseingang geringfügig sinken wird. Diese Tendenz dürfte sich auf mittlere Sicht insbesondere bei der Gebäudetechnik sowie der Kultur- und Vermessungstechnik noch verstärken. Trotzdem planen die Ingenieurbüros weiterhin eine Erhöhung der Belegschaft.
Quelle SIA